Sonntag, 24. September 2017

Lesen hilft. Immer.

 Lesen hilft. Immer.

Das steht auf einer Kette, die ich bekommen habe. Weil sie so zu mir passt. Ich finde ja, weil das immer passt.

Lesen ist kein Selbstzweck. Eine Kulturtechnik zu beherrschen, nur so.

Das macht wenig Sinn. Es geht darum, zu erkennen, warum man lesen kann (können muss).

Weil man eintauchen kann in andere Menschen, andere Gefühle. In Geschichten, die man selbst nie erlebt hat und auch nicht erleben wird. Weil sie in einer anderen Zeit, an einem anderen Ort spielen.


Und die Neugier? Ich will die Welt erfahren. Fragen tauchen in mir auf. Ich will sie auflösen.
Ein Buch hilft. Eine Zeitung. Eine Zeitschrift. Eine Meldung auf facebook.
Und was ich gar noch nicht wusste? Ich erfahre Dinge, von denen ich keine Ahnung hatte. Ich bilde mir einen kritischen Geist heraus. Diskutiere mit anderen.

Lesen hilft.
Wenn ich etwas noch nicht weiß.
Wenn ich mehr wissen will.
Wenn ich traurig bin, verlassen, liebesbedürftig.

Wenn ich die Welt draußen lassen will.
Wenn ich glücklich, lustig, blitzend bin
Wenn ich die Welt herein lassen will.

Lesen hilft.
An den regnerischen Tagen. An den Tagen, an denen es zu heiß für irgendwas ist. An den kalten Wintertagen. In den Nächten.

Wenn ich mir unsicher bin. Wenn ich mir ganz sicher bin. Wenn ich eine Lösung suche. Wenn ich in meinem Problem versinken will.

Lesen hilft.
Wenn ich an der Welt teilnehmen will. Wenn ich nicht an der Welt teilnehmen will.

Lesen hilft immer.









Ein guter Mensch. Von Jürgen Bauer.

Ein guter Mensch
Ein guter Mensch
Jürgen Bauer
Verlag Picus.

Jürgen Bauer beschreibt in seiner Dystopie einen Mann, der sich bereit erklärt hat, als Wassertankfahrer anderen Menschen zu helfen.

Wir leben in Mitteleuropa. Es hat seit ewigen Zeiten nicht mehr geregnet. Selbst jetzt, im Frühling ist die Erde schon ausgetrocknet. Nur zeitweise kommt Wasser aus der Leitung, dann ist es aber grauslich und braun und stinkt.

Wasser sparen ist das Gebot der Stunde.

Die Lokale haben geschlossen, da sie das Geschirr nicht mehr abwaschen können. Auf den Wiesen sitzen arme Menschen, sie nennen sie "Die Durstigen". An der Stadtgrenze, eingepfercht in Lager die Hitzeflüchtlinge. Ihnen bringt er Wasserrationen.

Die Welt steht vor dem Kollaps. Die Reichen haben sich schon in die Berge oder in den Norden abgesetzt. Nur wenige sind da geblieben. Er zum Beispiel. Er findet, es können doch nicht alle einfach weggehen. Man muss doch auch vor Ort etwas tun.

Und er benimmt sich so, wie es erwartet wird. Er gibt niemandem, der sich nicht regelkonform an der Wasserausgabestelle angestellt hat. Auch nicht, wenn diese alte Frau kollabiert. Was soll er tun. Er hat seine Vorschriften. Und die sind streng.

Seine geliebt Frau ist weggegangen. Darüber kommt er nicht hinweg. Er folgt ihr auch nicht. Immerhin hilft sie ihrer Familie im Süden. Wer geht schon in den Süden? Waldbrände, noch größere Armut, noch weniger Wasser. Man hört auch von wilden Horden, die raubend und mordend durch die Gegenden ziehen.

Abends treffen sich die letzten Freunde abseits der Stadt. Man kennt sich schon lange. Jeder in seiner Welt gefangen. Darf man Hoffnung schöpfen?

Eine Gegenbewegung schürt Unruhe in diese schlimmen Zeiten. Sie verbrauchen Wasser! Sie schwimmen, sie schütten wertvolles Trinkwasser aus, sie demonstrieren. Sein Freund schließt sich auch diesen Wahnsinnigen an. Ganz irre wirkt er schon. Oder ist es die Hitze?

Er wirft seine letzte Blume weg.


Jürgen Bauer schreibt einen flüssig zu lesenden Roman über eine Möglichkeit der Zukunft, die nicht so weit weg erscheint. (Brände in Südeuropa, Wasserrationierung in Rom, ...)

Aber was er noch in diesen Roman legt ist die Frage: ist Wasser tatsächlich knapp oder verdienen da einige wenige an der Not von vielen? Stimmt es, was die Wahnsinnigen sagen? Und ist die Selbstgerechtigkeit des guten Menschen berechtigt?

Sehr lesbar ab 15. Das ist ein Roman für Erwachsene!

Ich habe ihn gelesen, als er gerade ganz heiß war. Im Sommer. Passte sehr gut. Not der Menschen gepaart mit autoritären Verbrechensregimes, begleitet von korrupten Mitläufern. Schöne Aussichten.


Ihre Herta Emmer

im buchwelten online-shop erhältlich. Und natürlich in der Buchhandlung selbst! :-)


Montag, 11. September 2017

Chikago. Von Theodora Bauer

Chikago
Chikago.
Von Theodora Bauer
Roman. Verlag Picus

Nun. Ja! Ich habe schon öfter Theodora Bauer zugehört, wie sie aus ihrem Buch "Chikago" vorgelesen hat. Ja! Ich habe auch schon kurz reingelesen gehabt. Beim Büchertisch.
Ja! Ich gestehe. Nicht mehr.

Bis jetzt.

Am Wochenende. Auch eine Buchhändlerin im Schulbuchbeginnstresswahnsinn braucht Phasen der Kontemplation. Man zwingt sich zum Nichtstun. Weil. eh schon wissen. Man muss auch einmal ein bißchen eine Ruhe geben. Also was tun. Rauf auf die Couch, rein in die Decken und Pölster. Sehnsüchtig, lüstern schauen auf den Tisch. Dort der Stapel der "Die will ich noch lesen" - Bücher.

Ein Griff. Es ist Chikago. Buch aufgeschlagen.

Ja! Und dann war es um mich geschehen.
Dieser inständige Ton des Perfekt (Vergangenheitsform), diese undurchdringliche Einfachheit, ja Banalität des Landlebens, unterspickt mit einer Tiefgründigkeit, mit  eine Feinsinnigkeit und einem Einfühlungsvermögen, dass ich mich wundere, wie so ein junges Mädchen schon (Theodora) in diesem Alter sich so hineinversetzen kann. In diese Menschen, die vor langer Zeit.

Es hat mich gepackt und nicht mehr losgelassen. Leider hat man auch noch ein Umfeld. Man muss auch einmal mit Familie reden, mit Hunden spazieren gehen, sich sozial verhalten. Danach wieder in die Geschichte hinein - und sonntags - endlich wieder: Couch, Decke, Pölster, Hund in der Kniekehle. Perfekte Lesehaltung.

Absinken, Versinken, Bilder, dann aus.


Also: ich würde es an Ihrer Stelle lesen.


Ihre Herta Emmer

buchwelten-online-shop
und in der Buchhandlung www.buchwelten.at

Freitag, 25. August 2017

Herta Emmer und Liste Peter Pilz

Nun ist es also öffentlich. Ich kandidiere auf der Liste Peter Pilz.

Einem intensiven August, einem turbulenten Juli, einem aufregenden Juni, einem überraschenden Mai folgend ist die Entscheidung gefallen.

Ja, ich bringe mich ein. Öffentlich. Für die normalen Leute, die jeden Tag ihren Alltag bestreiten, einer überbordenden Bürokratie ausgeliefert sind, deren Sorgen und Nöte zugedeckt und überschrien werden von ganz lauten populistischen Tönen. Am liebsten mit dem A-Thema.

Ja, ich engagiere mich. Das ist ein Teil meiner Persönlichkeit. Die Stimme erheben. Für Demokratie und Transparenz eintreten. Für die tatsächlichen gesellschaftlichen Veränderungen eine Plattform anbieten. Die da sind: Digitalisierung, Landflucht, 4. Lebensalter, und: BILDUNG!

Ja, ich werde für die KleinunternehmerInnen sprechen. Die Teil des gesellschaftlichen Alltags sind. Die im sozialen Gefüge ihrer Umgebung verankert sind. Die nicht mit Betriebsstandortverlegungen drohen können.

Ja, ich trete für Marktgerechtigkeit ein. Die Gesetze werden schärfer für die, die nicht groß sind und lockerer für die, die "den Politikern" zu mächtig erscheinen. Das darf nicht sein. Wir haben in den letzten Finanzkrisen, Spekulationskrisen, Bankenkrisen gesehen, dass all diese aus Gier verursachten Geldkatastrophen letztendlich von der Allgemeinheit aufgefangen wurden. Die Politik ist mächtig, mächtiger als Konzerne gerne möchten. Sie muss nur Mut fassen.

Ja, ich spreche mich für eine offene Gesellschaft freier Bürgerinnen und Bürger aus. Die Privatsphäre von uns allen muss gewahrt bleiben!

Ja, es geht!


In 60 Buchhandlungen durch Europa.

In 60 Buchhandlungen durch Europa.
Meine Reise zu den schönsten Bücherorten des Kontinents.
Von Torsten Woywod. Mit einem Vorwort von Benedict Wells.
Verlag Eden Books.

In 60 Buchhandlungen druch Europa.
Eine Liebserklärung an Buchhandlungen, an Bücher, an Leseräume.
Jedes Europäische Land wurde besucht, die schönsten Buchhandlungen ausgewählt, mit liebevollen Texten zur Intention der Buchhändler, ihrer Auswahl, ihren Motiven, ihrer Raumgestaltung versehen. - - > also auch ein LESEBUCH
nicht nur ein ANSCHAUBUCH

Und was mir noch ganz gut gefällt:
1.) man weiß ja eh nicht, wo man noch hinreisen möchte --> ein REISEBUCH!
2.) welche Autoren man noch nicht gelsen hat --> ein BUCHEMPFEHLUNGSBUCH!
3.) was man noch schenken könnte --> ein SCHENKEBUCH!

Wunderschön gemacht, tolle Oberfläche, viele Bilder der Buchhandlungen, empfehlungen zu den AutorInnen des Landes, zu Menschen in Buchhandlungen.

Ja, ein LIEBLINGSBUCH!

Eure Herta Emmer
die gerne noch mehr Fotos von schönen Buchhandlungen hätte

In den buchwelten gleich einmal besorgen buchwelten-onlineshop

Sonntag, 23. Juli 2017

Wo noch Licht brennt. Von Selim Özdogan

http://www.buchwelten.at/list?back=9deabaa06568f1ba9c6377fcaebf098f&xid=12284402
Wo noch Licht brennt.
von Selim Özdogan
Selim Özdogan
Haymon Verlag

Das ist die Geschichte von Gül.

Gül kommt zurück von der Türkei. Zurück zu ihrem Mann, der trotz Versprechen, auch Deutschland zu verlassen, viele Ausflüchte sucht, warum es "jetzt noch nicht" geht.

Auch ihre Kinder sind in Deutschland geblieben. Nur sie, die Tochter des Schmids, war allein zurückgegangen.

Nur: es freut sich niemand, dass sie wieder da ist. Sie kann bei ihrer Tochter wohnen, doch sie fühlt, dass sie eine Last ist. Ihr Mann, der gerade im Krankenhaus liegt, schreit sie an, was sie da tut! Die Wohnung zu klein und überhaupt.

Sie findet Anzeichen einer anderen Beziehung. Schluckt. Spricht es nie an. Sie wird hier bleiben. Bei ihrer Familie.

Sie kann nur schlecht Deutsch und geniert sich. Sie denkt an die ersten Zeiten in Deutschland zurück, als sie ihrem Mann gefolgt ist, die zwei kleinen Kinder bei ihrer Mutter gelassen hat. Das wird sie sich nie verzeihen. So war das eben, damals. Eine Frau folgt ihrem Mann.

Selim Özdogan (ein Mann) schreibt so eindrücklich und mit viel Feingefühl die inneren Monologe von Gül auf, dass ich zuerst geglaubt habe, Selim sei ein Frauenname.

Sie lernt einen jungen Burschen kennen. Die Treffen mit ihm hält sie geheim, als ob es unanständig wäre, ein Ersatzkind zu finden. Can lebt ein anderes leben als sie.

Ganze zitierwürdige Absätze. Wie zum Beispiel hier auf Seite 137. "Seine Wahrheiten und ihre Wahrheiten sind so verschieden, ... Jemand der jeden Tag Chilis isst, meint etwas anderes, wenn er scharf sagt, als jemand, der scharfe Sachen meidet.

  Gül kämpft mit sich, mit ihren Moralvorstellungen. Sie findet sich nicht ein, in diese neue Welt, die ihr fremd ist.

Ihr Mann - er lebt sein eigenes Leben. Sie ist nur lästig. Ihre Familie - ihre Familie zuhause in der Türkei - ihr so wichtig, entgleitet ihr. Sie bemerkt es erst nach dem Tod des Vaters. Sie hat wahrscheinlich idealisiert. Dass sich eine Familie überhaupt auseinanderleben kann. Undenkbar.


In diesem Roman, der wahrscheinlich der beste Roman des Jahres ist, entwickelt sich eine Frau aus ihren Beschränkungen heraus. Aber nicht freiwillig, sondern aus Not. Durch Zurückweisungen, Orientierung in der neuen Zeit, verändertem Umfeld.


Und sie geht hart um mit sich. Lässt "das Schlechte" nicht zu. Versucht, immer das Gute im anderen zu sehen. Scheitert, oder auch nicht.

Eine bemerkenswerte, feinsinnige Lebensgeschichte, die gerne gelesen werden möchte. In die man sich einfindet, umarmt.


Das ist ein Buch für Erwachsene.


Eure Herta Emmer

jetzt gleich in den buchwelten besorgen. buchwelten-onlineshop.

Montag, 17. Juli 2017

Das Ende von Eddy. Èdouard Louis.

Das Ende von Eddy.




Das Ende von Eddy.
Roman
Èdouard Louis
Fischer Taschenbuch.

In einer Zeitung, ich weiß nicht mehr in welcher, "Die Presse"?, las ich einen langen Artikel über den Autor, Èdouard Louis. Zu diesem Buch, und warum er es ewig, 10 Jahre? lang, nicht schaffte, einen Verlag für diesen Roman zu bekommen.

... Weil es diese soziale Schichte nicht mehr gibt
... Das interessiert niemanden
.... Vorgestrig

und als dann die Siege der Rechten kamen, da konnte er es plötzlich argumentieren. Diese Schichte gibt es. Diese Menschen leben in Frankreich (und überall in Europa, wie ich meine). Ihr seht sie nur nicht in euren Glaspalästen, in euren Innenstadtzirkeln. Ihr kommt mit denen nicht in Kontakt. Aber es gibt sie.

Das Ende von Eddy ist sehr autobiographisch. Edouard Louis beschreibt im Großen und Ganzen seine eigene Kindheit. Ein Kind von Fabriksarbeitern, Verkäuferinnen, Leuten, die mit 40 kaputt sind. Armut, Ärger gegen andere, Misstrauen gegen Bildung, Dauerfernsehen, schlechte Ernährung, das ganze Konvolut.

Und dazwischen der kleine schwule Eddy. Der das büßt. Das Schwulsein, das Anderssein, der durch alle Machtrituale der Kinder/Buben durchmuss. Wobei er der Schwächling ist. Seine Familie versucht redlich, ihn anzupassen, ihm Gutes zu tun. Die Schande zu verbergen. Doch es hilft nichts. Er ist einfach so, mit seiner hohen, schrillen Stimme, seiner übertriebenen Gestik. Schon von ganz klein auf.

Er zeigt die Sprachlosigkeit auf, oft in ganz markanten Zitaten, das Buch ist durchspickt mit Originalzitaten, mit direkter Rede, nur so kann er diesen Spiegel halten. Vorhalten, deutlich machen. Die rüde Sprache, der Dialekt, aber auch der Komplex, sich nicht helfen zu können.

Für mich ein durchaus aufdeckerisches Buch. Vieles ist mir nicht fremd, bin ich doch auch ein Kind vom Land. Beobachtend, wie ich als Kind war, habe ich solche Typen gesehen. Als Mädchen war ich nicht Teil dieser Männermachtbünde. Aber gesehen.

Édouard Louis kann diese Schichte aufzeigen, ohne sie vorzuführen. Ein Sachbericht. In Romanform

Eddy endet irgendwann. Und wird Édouard.
Manchmal passt jemand nicht in seine Familie. Manchmal muss jemand ausreißen.

Das kann jede/r lesen.
Die, die jung sind.
Die, die alt sind.
Die, die vom Land kommen.
Die, die in der Stadt leben.
Die, die verstehen wollen.

Jetzt gleich lesen. Das Ende von Eddy.
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 Seite 73. "... Meine Eltern konnten sich keinen Teppichboden leisten, und so wollten sie auch keinen. Die Unmöglichkeit, es zu tun, verhinderte die Möglichkeit, es zu wollen, was wiederum das Mögliche verhinderte."


 Seite 194. Als es zum Aufnahmetest am Gymnasium geht. Der Vater. "Ich will nicht, dass du dich vor den anderen schämen musst und anders dastehst als sie, mit weniger Geld. ... , ich will nicht, dass du anders dastehst als die anderen."
 Seite 195. "... Vor allem, pass bloß auf, in der Stadt ist alles voller Araber. Wenn dich einer anschaut, schaust du weg, ..."

Das Buch hat sehr treffende Kapitelüberschriften, wo er versucht, seine Familienmitglieder vorzustellen. In verschiedenen Situationen, aus eigenem Blickwinkel, aus seinem Blickwinkel. Eine Aufzählung von Familienszenen und -geschichten.

Dienstag, 23. Mai 2017

Der Lärm der Zeit. Von Julian Barnes

Der Lärm der Zeit
Julian  Barnes
Der Lärm der Zeit.
Roman
Kiepenheuer & Witsch


Julian Barnes, den ich schon bei "Vom Ende einer Geschichte" sehr lieben gelernt habe, schreibt nun über Schostakowitsch. Zu Schostakowitsch bin ich über das Buch "Der Dirigent" von Sarah Quigley gekommen, was mich dazu bewegt hat, mir die CD der Leningrader Symphonie zu besorgen und sie immer wieder zu hören.

Nun. Schostakowitsch. Nun. Julian Barnes.
Muss hervorragend sein.

Was es auch ist.

Schostakowitsch steht im Flur und wartet. Dass er abgeholt wird. Von den Schergen. Er steht da, mit seinem Koffer, und wartet auf den Aufzug. Er will nicht, dass sie ihn im Pyjama aus dem Bett zerren, vor Frau und Kind. Deshalb gibt er sich vernünftig. "Ein Mann, der mit einem Koffer in der Hand das Haus verlässt, kommt zurück, einer, der im Pyjama aus dem Bett gezerrt wird, nicht." Das tröstet.

Julian Barnes lässt vieles anklingen. Was es bedeutet, in einem totalitären Staat zu leben. Darf man Kunst machen? Darf man sich anpassen? Wie geht leben?

Was macht das nächtliche Warten auf die Verschleppung aus jemandem? Wie umgehen mit der Angst? Um sich, um seine Frau, um sein Kind?

Julian Barnes schafft es in einer sehr dichten Erzählung, anhand des Beispiels Schostakowitsch sehr eindringlich zu zeichnen, was eine Dikatur aus den Menschen macht. Wie sie sich verändern, anpassen, um zu überleben.

Und die Frage der Nachkommen. Dürfen sie das? Darf man sich beugen, und was bedeutet es, es nicht zu tun? Wer richtet?

Dazu ist das Buch gespickt mit Sätzen, Zitaten, Textzeilen, die man sich rausschreiben, an die Wand pinnen, ständig zitieren möchte. So einfach, so viel aussagen.

Seite 72. "Das war eine der fragen, die ihm im Kopf herumgingen: War es mutig, dass er dort stand und auf sie wartete, oder war es feige? Oder keins von beidem - nur vernünftig? Er rechnete nicht damit, die Antwort zu finden."
Seite 69. " Vor ganz kurzer Zeit noch hatte er die Unverwüstlichkeit der Jugend in sich gespürt. Mehr noch - die Unkorrumpierbarkeit der Jugend. Und darüber hinaus, oder allem zugrunde liegend, eine Überzeugung von der Richtigkeit und Wahrheit allen Talents, das er besitzen mochte, und aller Musik, die er geschrieben hatte. Das alles war in keiner Weise entkräftet worden. Es war jetzt nur völlig ohne Belang."
 Seite 240. Die Geschichte vom Säufer.
 Seite 240. "... aber mittendrin, darüber und darunter und durch alles hindurch hatte Dmitri Dmitrijewitsch einen perfekten Dreiklang gehört. ..."
Seite 159. "... Vielleicht war es mit dem Mut wie mit der Schönheit. Eine schöne Frau wird alt: Sie sieht nur, was nicht mehr ist, andere sehen nur, was geblieben ist. ... Er sah nur, was nicht mehr war."
 Seite 176 und 177. "... Wie leicht war es, Kommunist zu sein, wenn man nicht im Kommunismus lebte!"

Das erinnert mich an die Abstimmung der Auslandstürken für die Machtausweitung Erdogans.
 Seite 179. über Strawinsky "... Nun, vielleicht beantwortete das seine Frage über  persönliche Ehrlichkeit und künstlerische Ehrlichkeit; wenn es an der einen fehlte, musste es nicht an der anderen mangeln."
 Seite 184/185. über einen, der nicht weggehen wollte. ".... Na, dann, wollen wir mal, wie der Papagei zu der Katze sagt, die ihn am Schwanz die Treppe runterzieht." *sic!*












Nun, die Begeisterung kennt keine Grenzen. Ein Lehrbuch.

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Montag, 1. Mai 2017

Fürsorge.

Anke Stelling. Fürsorge

Fürsorge.
von Anke Stelling
Roman
Verbrecher Verlag 2017

Dieses Buch ist mir empfohlen worden. Ich hätte es so nicht eingekauft, auch nicht gelesen. Eine harte Geschichte über Egoismus. Das Cover zeigt Hanteln.

Aber die Frau, die mir die Geschichte erzählt hat, bei der Schulung "Neuerscheinungen der Belletristik" für Bibliothekarinnen, wo ich mit dem Büchertisch und selbst anwesend bin. Dort ist mir das Buch aufgefallen. Und es hat mich nicht mehr los gelassen.

loslassen
losgelassen
verlassen
gehen lassen

Diese Worte passen sehr gut zu dem Buch. Die junge Balletthoffnung wird schwanger. Natürlich kann man die Betreuung und das Säugen eines Babys diesem Körper nicht antun. Das Baby bleibt bei der Oma.

Die erfolgreiche Tänzerin. Wir erleben sie, als sie 36 ist. Sie ist mit einem jungen Dichter liiert, finanziert ihn. Ihre Gelenke sind kaputt. Eine Nachbarin erzählt über sie. Die Göttliche, Die Perfekte, Die langen unendlich langen, blonden Haare, die Frau, die nichts isst, die körperlichen Schmerz als Ansporn empfindet, ein Vorbild in ihrer Konsequenz.

Die Nachbarin ist schwaner, hochschwanger, mag man sich mit diesem Körper neben die zarte Perfektion setzen? Wer ist man? Und dann erzählt der Liebhaber der Ballerina, sie sei Mutter eines 16jährigen Sohnes. Niemand kann sich vorstellen, dass diese Zierlichkeit...

Die Ballerina. Taucht dann im Plattenbau der Mutter auf. Ein Fremder öffnet die Tür. Das ist wohl ihr Sohn. Ein wunderschöner Mann, spricht über seinen Körper, wie sie auch. Krafttraining. Durchhaltevermögen. Wie ähnlich sie sich sind. Diese Anziehung.

Die Mutter/Großmutter. Funktioniert. Fragt nicht. Hinterfragt nicht. Sie tut, was zu tun ist. Das war schon immer so (Ich erinnere mich an die Großmutter aus "Die schärfsten Gerichte der tartartischen Küche" von Alina Bronsky). Eine Ostgeschichte. Menschen, im Totalitarismus erzogen.

Die Ballerina und der Krafttrainer - Anziehung. Er schäumt vor Testosteron, sie verliert sich in Sehnsucht, körperlich. Ganz klar, sie ist immer körperlich, sie reagiert. Auf ihn.

Ja. Körperliche Anziehung zwischen Mutter und Kind. 16 Jahre zu spät. Hier ist keine Unschuld in der unbedingten Liebe.

Er will, dass sie wieder weggeht, sein Leben verlässt. Sie steigt in den Zug. Zurück nach Berlin. Ihr Leben ist verändert. Sie spürt in sich.



*
Dieses Buch ist so stark, Anke Stelling hat einen so dichten TExt geschrieben, der uns verwirrt, der den Körperkult aufzeigt, den Egoismus der dadurch bedingt ist, Nur ICH. Sie, die Ballerina, nur sie.

Ein außerordentlich zeitgemäßer Roman. Überschreitet alle Grenzen. Der Scham, Der Regelhaftigkeit, des Schutzes. Was ist dann dieses neue Leben?

*

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Erkenntnis

Heute ist mir wieder aufgefallen.

Je älter ich werde, desto mehr erkenne ich, wie wenig ich weiß.






Montag, 17. April 2017

Das merkwürdige Verhalten von Schipansen in Kinderkleidung. Felicitas Auersperg

Das merkwürdige Verhalten von Schimpansen in Kinderkleidung
und andere sozialpsychologische Experimente.

Felicitas Auersperg
Orac 2017,Verlag Kremayr & Scheriau

Ein gewisses Faible für (sozial-)psychologie kann ich ja nicht abstreiten. So ist mir dieses Buch natürlich gleich aufgefallen, als es im Neuerscheinungskatalog des Verlages aufgeschienen ist. Und: die Autorin möchte auch gerne das Buch persönlich vorstellen. Neugier geweckt, Buch bestellt, Nachkastl (der übliche Weg), in Ruhe im Bett, Lampe, Ruhe, geöffnet.

Das ist immer so ein schöner Augenblick, wenn man ein Buch zum ersten Mal öffnet. Eine gewisse Anspannung kann ich nicht leugnen, eine Vorfreude auf "was da kommt".

Witzig!
Kurzweilig!
Interessant!

Felicitas Auersperg präsentiert die berühmtesten Experimente der letzten 50 Jahre mit all ihren Ergebnissen, Erkenntnissen, und dann wird die Frage beantwortet: Was ist der Sinn des Experiments. Was haben wir daraus gelernt.

Wirklich erkenntnisreich, auch für Leute, die das Sachgebiet schon gelernt haben. Ein neuer Blickwinkel, eine lesbare Sprache, kein Lehrbuch.
Und für alle diejenigen, die diese Erkenntnisse vom Hörensagen kennen, vieles ist ja in unseren Alltag eingeflossen, einmal zu erfahren, wie es wirklich war.

Ich liebe es. Ich lese es, kapitelweise, zwischendurch, durcheinander, immer wieder.
Auch der Zufall der Auswahl ergibt ein Schmunzeln. Warum heute gerade dieses Experiment erwischt wurde? ....

Ja, ein Buch für alle, die manches gerne genauer wissen wollen.

(und sich dabei nicht tödlich langweilen...)


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Greif nach den Sternen, Schwester! von Latifa Nabizada

"Greif nach den Sternen, Schwester!"
Mein Kampf gegen die Taliban.

von Latifa Nabizada
und Andrea Claudia Hoffmann.

Verlag Knaur.

Das Buch kannte ich schon. Voriges Jahr ist es in meiner Buchhandlung gelegen. Eine der vielen Neuerscheinungen anläßlich der Flüchtlingsbewegungen. Ein großer Teil der Sachbuchabteilung galt diesem Thema. So erging es diesem Buch wie vielen anderen auch. Im Überfluss übersehen.

Dann - vorige Woche - sah ich einen Beitrag im ORF. Latifa Nabizada, die erste Pílotin Afghanistans. Sie saß dort, im Literaturhaus Wien, und sprach über sich. Mir fiel sofort das Buch ein, die ist in Wien?!?!?!

Die Frau hat eine sehr starke Ausstrahlung. Jetzt musste sie also doch weg. Sie hat in Wien Asyl. Sie tritt öffentlich auf. Ich muss sie kennenlernen!

Zuerst aber das Buch. Gleich am Montag besorgte ich es mir - sitze ich doch an der Quelle - das geht in einem Tag. Dazwischen die Karwoche. Viele Vorbereitungen, Aktionen, Osterbasteln, handlettering, Wochenabschluss. Aber dann. Karsamstag. Buch öffnen.

Um den Schluss gleich vorwegzunehmen. Ich habe es noch in der Samstagnacht fertig gelesen. Am Nachmittag nur kurz begonnen, sofort erkannt, das zieht, das ist urspannend. Dann Verpflichtungen. Aber schon früh ins Bett, Buch aufgeschlagen - und nicht mehr aufgehört. Wachest gelesen. Aufgesaugt, erschüttert, die Namen der Städte merkend.

Besonders interessant ist es, weil jetzt gerade eine große Bombe von den Amis an einem Ort niedergegangen ist, von dem sie schon in ihrem Buch erzählt. Sie war Kampffliegerin. Auch spricht sie von Städten, von denen mir schon meine afghanische Flüchtlingsfamilie erzählt hat, von der Brutalität der Taliband. Was Kinder sehen müssen.

Latifa Nabizada ist 1971 in Afghanistan geboren. Sie kennt das Land nur unter Besatzung, nur kriegerisch. ein Satz:"Frieden gibt es für uns immer nur ganz kurz."

An ihrer persönlichen Geschichte bilden sich die letzten 40 Jahre in Afghanistan ab. Zuerst russische Besatzung - was ihr doch den Besuch der Pilotenschule ermöglicht. Zwar sehr schwer und mit schier unüberwindlichen Hindernissen gespickt, aber doch.

Leistung, Leistung, Leistung. Sich beweisen, niemanden enttäuschen. Und das Glück zu fliegeln. So früh schon zu wissen, was man will. Und es schaffen. Diese Frau hat einen sehr starken Willen. Ein Leben voller Schwierigkeiten, Krieg, die wahnsinnigen Taliban-Kämpfer. Die innige Beziehung zur Schwester. Es war ja zwei Pilotinnen. Latifa und Lailuma.

Das Buch ein einziger Schrei nach Freiheit. Nach Selbstbestimmung.

Latifa Nabizada. Ich will sie persönlich kennenlernen, ich will sie hören, möchte ihre Ausstrahlung wahrnehmen.

Das Buch kann jetzt gleich gelesen werden. buchwelten online-shop.
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Sonntag, 9. April 2017

Löwen in der Einöde. Daniel Wisser

Löwen in der Einöde.
Daniel Wisser.
Verlag Jung und Jung.

Vorigen Samstag - Nachmittag, 13.00 Uhr. Ich noch in der Buchhandlung. Welches Buch mitnehmen? Schnell! Immerhin ist um 15.00 Uhr Termin und die Zeit knapp. Morgen, Sonntag, terminfrei!!!!!
Buch! Jetzt!

Die Panik beruhigt sich, als ich Daniel Wissers "Löwen in der Einöde" in der Hand halte. Ja. Das wird es sein.

Vorigen Sonntag, 2.4.2017. Herta terminfrei zu Hause. Müde und erschöpft von der Jahresabschlusswoche. Wir haben inventiert. Was heißt zählen, nehmen, zurückstellen, aufschreiben, ansagen, ankreuzeln. Und das bei den 1000000 Produkten. Von Buch über Schreibgeräte zu Papierwaren, Spielzeug, Gimmix, Mitnahmeartikel, Schulware, Nachfüller aller Arten. Billets, die in die 1000e gehen.

Also Sonntag. Ruhe. Buch nehmen. Aufmachen. Lesen. Genuss.

Und welcher! Daniel Wisser hat ein Meisterstück geliefert! Über Daniel Braun, den Loser der Nation. Der andere Daniel Brauns sucht, wer heißt noch so? Der geträumt hat, als Kind. Und jetzt nicht mehr. Oder dauernd. Frauen. Sehr kompliziert. Beziehungen und Nebenbeziehungen. Stress. Und dann. Daniel! Braun! Welch ein Name. Auch noch die Mutter. Immer einer, der sich duckt.

Und dann kommt sein großer Augenblick. Seine Heldentat! Die Rettung seiner ewigen Sehnsucht!

Fehlalarm.

Das Buch ist so genial geschrieben, man kommt einfach nicht raus. So ist es jetzt gerade in Wien. So leben wir jetzt in der westlichen Welt. Das sind wir. Jeder in seiner persönlichen Individualität gefangen.

Ich wünsche mir Daniel Wisser live. Mal sehen, wann das klappt. Ich werde informieren.

Jetzt gleich bestelleln im buchwelten online-shop

Lesen und besprechen! Mitteilen, wollen wir es reflektieren? Wie wäre das? Beim Treffpunkt #Literaturkreis etwa? Das wäre doch was.


Eure/Ihre
Herta Emmer

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Der Mann, der Luft zum Frühstück aß. Radek Knapp


Der Mann, der Luft zum Frühstück aß.
Radek Knapp
Verlag Deuticke.

Radek Knapp, ein Schelm. Ein Autor mit Augenzwinkern, der uns kurz zulächelt und die Dinge so sagt, dass wir uns ertappt fühlen. Einer, der unsere ureigensten Wünsche kennt, die böswilligen - ungesagten - Beschimpfungen der anderen, die Träume vom perfekten Leben.

Und in diesem Büchlein beschreibt er das Leben eines kleinen Polenbuben, der von seiner Mutter nach Wien gebracht wird, um Deutsch zu lernen. "Dabei spricht man in Wien gar nicht Deutsch", lässt er ihn sagen.

Ein Buch zum laut Auflachen, Schmunzeln, mit feinem Sinn für unsere Realitäten sticht er mit dünnen Nadeln in uns hinein, so dass es mehr kitzelt als schmerzt.

In einem Zug durchgelesen, Teile vorgelesen, wieder gelesen, egal wo man es aufschlägt, eine Sammlung von Bonmots

Sehr sehr gute Lektüre über Wien, die Jugend und die Gesellschaft im 21. Jahrhundert.

Sofort kaufen, lesen und Radek Knapp am 18.6.17 bei #grenzenloslesen live erleben!

Das zahlt sich aus!buchwelten online-shop

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Übrigens, Radek Knapps Buch Reise nach Kalino ist ein Geheimtipp!

Ich habe das Buch 2013 gelesen und besprochen

Unterm Bett liegt ein Skelett. Arne Rautenberg

Unterm Bett liegt ein Skelett.
Arne Rautenberg.
Peter Hammer Verlag. 2016

Gedichte cool, Zeichnungen genial.

Den Illustrationen von Nadja Budde muss man sich näheren. Dann erkennt man die Genialität in ihnen. Mittlerweile bin ich ein großer Fan ihrer Bücher. Hier in Kombination mit den Gruselgedichten von Anne Rautenberg.

Ein Must! für Kinder ab 8. Es gruselt wirklich.


Gut zum Auswendig-Lernen, erschrecken und verschrecken. Wortspiele der feinen Klasse.

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Unsere Seelen bei Nacht. Kent Haruf

Unsere Seelen bei Nacht.
Kent Haruf.
Diogenes.

Lange Zeit schon habe ich kein so berührendes Buch gelesen. Eine Frau, 70, klopft bei der Tür ihres Nachbarn, ersucht, eingelassen zu werden, und eröffnet ein ungewöhnliches Angebot: wenn er möchte, sie würde sich sehr freuen, könne er jede Nacht bei ihr übernachten. Die Nächte seien das Schlimmste, wenn man so allein ist.

Er, 70, .... ?!

Er packt sich dann zusammen, Zahnbürste, Pyjama. Und kommt zu ihr. Sie liegen im Bett, schauen an die Decke, wie ist das? So nach vielen Jahren des Witwen/Witwerdaseins neben jemandem zu liegen?

Alles ein bißchen - peinlich? Komisch jedenfalls.

Daraus entwickelt sich eine zuerst verborgene, dann öffentliche Beziehung.

Dürfen die das? In diesem Alter? Was sagen die Kinder dazu? Skandal!?

Kent Haruf beschreibt in diesem Roman in einer ganz einfachen, alltäglichen Sprache, genau das. Zwei Alleinstehende, die sich annähern. Langsam, nebenbei, wächst ein zartes Pflänzchen der Vertrautheit, der Annäherung.

Dieses Buch hat mich ganz in seinen Bann gezogen, ich habe es auch gleich beim #Literaturkreis vorgestellt, der Anfang - vorgelesen - beeindruckend.


Nehmen. Lesen. Versinken.
Ärgern. Schmunzeln.

Ihre/Eure
Herta Emmer

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Mein Leben mal eben. Nikola Huppertz

Mein Leben mal eben
Nikola Huppertz
Coppenrath

Anouk versucht jetzt wirklich ein normales Mädchen mit einer normalen Familie zu werden. Was soll daran so schwierig sein?

Vielleicht liegt es an dem alten PC, den ihr ihr MaMi gegeben hat. Generetaion Steinzeit. Wie sie bemerkt.

Anouk MUSS! DRINGEND! normal werden. Nächste Woche beginnt wieder die Schule und sie wird von ihren Freundinnen immer mit diesem Anouuuk! bitte! und Augenverdrehen bedacht, weil Anouk die neuen angesagten Bands nicht kennt, im von allen gespielten Computerspiel nicht nur eine Niete ist. Nein. Ahnungslos.

In diesem Schuljahr wird das anders.

Nikola Huppertz stellt in diesem Jugendbuch ein 14jähriges Mädchen vor, das in einer Mixed-Familiy aufwächst, d.h. sie hat 2 Mütter und einen Erzeuger, guter Freund der Mütter, alle sind Künstler, halten nichts vom neuesten Computer, kochen täglich frisch, lesen.

Somit wird ihr Kind eine Außenseiterin in der Schule. Weder genug Geld für "Klamotten" - die nähen sie nämlich selbst - immer aus den Resten der neuesten Opernproduktion, MaMi ist nämlich Kostümschneiderin - noch für endlich! einen Computer nicht Marke uralt.

In diesem witzig erzählten Roman erleben wir eben Anouk, 14, die nun versucht, sich anzupassen. Wer will nicht dazugehören? Ihre Sorgen und Nöte schreibt sie in ein Tagebuch, dessen Auszüge wir lesen.

Ich habe mich bei diesem Buch sehr amüsiert, die Sprache ist kurzweilig und witzig, jede/r die/der sich noch ein bißchen an seine frühe Pubertät erinnern kann, findet sich hier wieder.

Ein klug erzähltes Buch über neue Beziehungsformen und was das mit unseren Kindern macht.


Gleich bestellen im buchwelten online-shop 

Eure/Ihre Herta Emmer

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Donnerstag, 16. Februar 2017

Penguin Bloom

Penguin Bloom.
Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete.


Penguin Bloom ist eine Elster, die aus dem Nest fällt und von der Familie gerettet und aufgezogen wird. Das ist die eine Seite.
Die andere Seite. Die Frau der Familie, die Mutter, erleidet bei einem Urlaub einen so schweren Unfall, dass sie gelähmt bleibt und von höllischen Schmerzen geplagt wird.

Wovon Penguin Bloom lebt: Die Fotografien. Kunstwerke. Sensibel. Dieser zutrauliche Vogel, man kann sich der Faszination nicht entziehen.

Ein Buch zum Freude schenken, zum Trost finden, zum Sich-an-der-Kunst-erfreuen, zum Kraft schöpfen. Ein weises Buch. Eine schreckliche Geschichte. Eine tröstliche Geschichte. Ein Familie, die durch etwas plötzliches, Unvorhersehbares völlig aus ihrem Leben gerissen wird. Die durch etwas anderes Unvorhersehbares wieder zu Kräften kommt.

Die Texte sind einfach. Untertitel zu den Bildern. Ein Bildband.
Ein ideales Geschenk.


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Unterleuten. Von Juli Zeh.

Unterleuten. Von Juli Zeh.

Noch so ein Buch, wo ich die Autorin live in Leipzig gesehen habe. (Bin ich jetzt eine Spätzünderin. Offenbar. hm. Lebe trotzdem noch immer.)

Nun für alle Spätzünder, Zweit- und Drittverwerter. Das Buch kommt jetzt im Taschenbuch raus. Sie können es somit als "echtes" Buch. Sprich: Hardcover gebunden, als Taschenbuch oder auch elektronisch lesen. Sie können es auch hören, oder mixen Sie frei nach Lust und Laune. Das geht ganz wunderbar.

Denn "Unterleuten" ist es wert von Anfang bis Ende durchgelesen zu werden. Es ist die Geschichte des Dorfes Unterleuten, irgendwo im Speckgürtel von Berlin. Vielleicht etwas über den Speckgürtel drüber. Dort, wo man sich als Städter gerne sein romantisches Landhausleben hinwünscht. Unberührte Natur. entzückende, freundliche Eingeborene, ansonsten: nichts.

So auch in Unterleuten. Bis man dort das Projekt Windräder vorstellt. Und die schützenswerte Vogelwelt!

Nun, so wie sich der kleine Stadtmaxi das Dorfleben vorstellt, so ist es nicht. Hier leben Menschen "mit Geschichte" (so wie wir im Umkehrschluss feststellen können, wenn Kron, einer der Helden, die Zugezogenen als Menschen ohne Geschichte beschreibt.)

Was Juli Zeh gelingt, ist ein Gesellschaftsroman, aktuell und gleichzeitig immerwährend. Denn die Konflikte, Generationen von alten Geschichten, die bilden das Dorf an sich. Eine Dorfgemeinschaft, lieben, hassen, verschworen und doch ohne einander in ein Nichts fallend. Und nun die neu dazukommende Situation der fremden Zuwanderer. Städter, die ein romantisches Leben in freier Natur suchen, sich vorstellend Bioessen, reine Luft atmen, Frieden.

Dann knackst es auf. Am Problem der Veränderung, der groben Veränderung durch den Windpark, brechen alte Geschichten auf. die Dorfbewohner daran gewöhnt, die Neuen, Fettnäpfchenspringend.

Das alles erzählt Juli Zeh - und das macht diesen Roman nochmals zu etwas ganz besonderem - Juli Zeh erzählt die Situation Kapitel für Kapitel aus der Sicht von einzelnen Personen. Jede handelt für sich logisch und konkludent. Jede für sich richtig. Keine Schuldeinbekenntnisse für sich. Da doch alles im Kleinuniversum jeder Person richtig ist. DAS ist das Salz in der Geschichte. DIESE Typen, die in Unterleuten aufeinanderkrachen, ineinander verwoben sind ohne einander sein wollen und dann aber die Trennungen nicht die ersehnte Glückseligkeit bringen.

Aber lesen sie selbst - und dann finden wir uns ein und sprechen darüber. Dafür eignet sich der #Literaturkreis. Jeder dritte Mittwoch im Montag. In Oberpullendorf.

Das Buch kann bei mir gekauft werden. www.buchwelten.at
im online-shop und auch persönlich.
In jeder beliebigen Variante.

Bis bald
Herta Emmer



Ohrfeige. Von Abbas Khider

Abbas Khider, Ohrfeige.
Verlag Hanser. Roman München 2016

Abbas Khider habe ich in Leipzig, auf der Leipziger Messe März 2016 live erlebt und war von seinem Humor und Witz schwer beeindruckt. Vor allem die Divergenz zwischen dem seriös-deutschen Moderator und dem witzigen Autor hat ihres dazu beigetragen.

Nun, ich lese von meinem Lesestapel runter. Und möchte nur anmerken, dass er auch manchmal doch monströse Ausmaße annimmt. Aber: aufgehoben ist nicht aufgeschoben. (oder wie das auch immer ganz exakt heißen mag)

Fakt ist, diesen Herbst habe ich mich hineingelassen. In die Geschichte des abgewiesenen Flüchtlings, der als letzten Akt vor seiner Abschiebung zu seiner Betreuerin bei der Fermdenpolizei geht, sie fesselt und knebelt und ihr dann, erstmals, seine Geschichte erzählt. Die für ihn einzige Möglichkeit, ihr ein Mal seine Geschichte erzählen zu können, denn nun ist sie gezwungen, ihm zuzuhören.

Und was er da erzählt! Und vor allem wie! All die ups and downs, die Kulturvorurteile, die Missverständnisse, auch die misslichen, unglücklichen Lagen, das verschoben werden von A nach B, der Clash of Cultures unter den Flüchtlingen. Aber vor allem: wie er uns, hier: die Deutschen darstellt. Wie er mit wenig Worten ganze Typen zeichnet, die wir uns bildlich vorstellen können. Nichts erfunden. Nur gut erzählt.

Ein Buch voller Humor, zum Auflachen und Schmunzeln, aber natürlich auch zum Nachdenken. Immerhin wird hier in ganz leichter Form, sehr unterhaltsam eine Realität gezeichnet, die als Wirklichkeit nicht so fein ist.

However. Abbas Khider ist mit diesem Buch ein meisterliches Werk gelungen. Raus aus der tranigen Depression, rein in eine Erzählform - die ich an den osteuropäischen Autoren so schätze - in der ich harte Realität lesbar und unterhaltsam abbilde.

Hingehen. Buch kaufen. Lesen.
So einfach.


Oder hier online bestellen. buchwelten-online-shop und buchwelten.at

Freitag, 6. Januar 2017

Supergene. Von Deepak Chopra und Rudolph E. Tanzi

Supergene. Die neuesten Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft für ein langes gesunes Leben. nymphenburger Verlag.
Von Deepak Chopra und Rudolph E. Tanzi

Chopra und Tanzi sind amerikanische Wissenschaftler. In diesem Ton ist auch das Buch geschrieben. Sehr (sehr!) populärwissenschaftlich. In unseren europäischen Gefilden ist das ja außerordentlich verpönt. Dass wissenschaftliche Erkenntnisse für Nicht-Wissenschaftler lesbar und verständlich dargestellt werden. Die Amerikane haben da nicht solche Standesdünkel.

Was für gewöhnliche Menschen wie mich ein Vorteil ist (nachdem ich meine Näschen etwas runtergenommen habe, war ich doch auch irritiert). Ich lese dann diese wissenschaftlichen Erkenntnisse, bilde mich weiter, erfreue mich der neuesten Erkenntnisse der Neurowissenschaften.

Die Erkenntisse der Wissenschaft zur Mächtigkeit unserer DNA sind so atemberaubend spannend, so grundsätzlich erkenntniserweiternd und revolutionär, dass man gar nicht aufhören kann.

Was sagt das Buch aus. Etwas, das wir in unserem Alltag kennen, empirisch beobachtet, kann jetzt gemessen werden. Kaum kann etwas gemessen werden, ist es reell und keine Phantasie von Esoterikern oder weisen alten Frauen.

Herz, was willst du mehr!

Wir können unsere Gene beeinflussen.

Welche Aussage!

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Das Amerika der Seele. Karl Ove Knausgard

Das Amerika der Seele.
Karl Ove Knausgard.
Luchterhand Literaturverlag

Üblicherweise kann man ziemlich blind lesen, was aus dem Luchterhand Literaturverlag kommt. Die AutorInnen, die hier gelistet sind haben alle etwas ganz besonderes an sich.

wie z. B. Karl Ove Knausgard. Von ihm habe ich seine vielschichtige Selbstportraitierung (min kammp in Norwegen), im Deutschen Bereich Sterben, Leben, Lieben, Spielen, Träumen, der letzte Teil fehlt noch - mit einer Entdeckerfreude gelesen, dass ich mich fast nicht einkriegen konnte, wenn ich den Menschen in der Buchhandlung Knausgard vorgestellt habe.

Für ihn bin ich sogar mitten im Schulbeginnsgeschäft, 2015, nach Wien gefahren, um ihn live zu erleben. (hysterische, romantische Fanin)

Jetzt bringt er in "Das Amerika der Seele" Reden, Essays heraus. Jede Rede, sammelt ein Thema ein, durchmixt es und klärt es wieder auf.

Meine liebsten Kapitel sind die über die Fotografin Francesca Woodman und der Essay über Breivik. Erschütternd, nachvollziehbar und dankbar, dass jemand solche Worte finden kann. Er ist ein mutiger.

Ich bin froh, dass wir einen Literaturkreis in Oberpullendorf installieren. Gründen ist wohl besser ;-)

Denn über gewisse Inhalte z. B. dieser Texte würde ich gerne Reflexion mit anderen Menschen halten. Diese Texte sind groß und beinhalten so grundsätzliche Eindrücke von Mensch-Sein (z. B. eben das Kapiel, was Kunst ist, und was den Mensch zum Menschen macht), dass es schade ist, es nur für sich allein gelesen zu haben. Hier wäre Teilen sehr bereichernd.

#LiteraturkreisOberpullendorf
#grenzenloslesen
#buchwelten

Das sind so die Spuren, die ich lege, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen ...

Knausgard gehört gelesen.
Das Amerika der Seele ist ein guter Einstieg (bitte nicht über das erste Kapitel erschrecken! Er fängt gerne mit grundsätzlichem an.)

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Sei wie ein Fluß, der still die Nacht durchströmt. Paulo Coelho

Sei wie ein Fluß, der still die Nacht durchströmt. Geschichten und Gedanken.

Dass ich (fast) alles von Paulo Coelho gelesen habe, dürfte nicht verwundern. Man hat eben auch seine tiefsinnige, romantische, menschlichwachsen Seite.

Aber gerade dieses schon lange am Markt seiende Buch war noch nicht in meiner Sammlung. Warum nicht? Manche Fragen können nicht beantwortet werden...

An einem dieser späten Novemberabende, ich bin noch in der Buchhandlung, man geht noch ein bißchen herum, schaut den Büchern beim Einschlafen zu, nimmt die Ruhe an, die Gedanken, dieser ewige Strom der Millionen elektrischen Funken, verlangsamen sich. Was mitnehmen? Was heute noch durchlesen?

Ich streife von Regal zu Regal, nehme dies in die Hand, drehe dort um, ziehe meine Kreise durch alle Abteilungen. Man möchte sich aufbauen lassen, nichts frustrierendes heute, bitte, etwas zum Entspannen. Etwas, wo die Nacht kommen kann, Gedanken, die jemanden gut einschlafen lassen. Wo man keine verstörten Träume zu erwarten hat.

Aber blöd darfs auch nicht sein. Und nicht banal. Gnade.

Nun, der Diogenes-Ständer. Und da fällt mir dieses Buch in die Finger. Kenne ich noch nicht. hm. So was.

Die Entscheidung war getroffen.

Mit Coelho ins Bett. Aufschlagen, anlesen, einschlafen, am nächsten Tag wieder. Diesmal mehrere Episoden.

Er hat hier einfach Gedanken, die sicherlich schon lange auf seinem Schreibtisch herumgelegen sind, zusammengefasst. Nichts großartiges. Einfach sein Leben. Ein Alltag, gefüllt mit Erfahrungen und Gedanken.

Man findet sich. Manchmal auch nicht so sehr. Dann wieder. Ein bißchen zuschauen, mitdenken.


Auch schön zum Weiterschenken.

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Was ich dir schon immer sagen wollte. Alice Munro

Was ich dir schon immer sagen wollte.
Alice Munroe, Literaturnobelpreisträgerin, wieder einmal mit exzellenten Kurzgeschichten.

Dass ich ein großer Fan von Alice Munro bin, ist meinen LeserInnen wohl nicht entgangen. Jetzt, genauer im November 2016 habe ich mir wieder eine ihrer Kurzgeschichtensammlungen gegönnt.

Wobei "Kurzgeschichten".
Das, was wir im deutschsprachigen Raum landläufig unter Kurzgeschichten verstehen und das, was Alice Munro in ihren präzisen Romanen erschafft, sind mindestens zwei Paar Schuh.

Sie kann in einer unglaublich leichtgängigen Sprache, mit Mäandern in kleinste - unwichtige - Details auf kleinem Platz das ganze Universum der Alltäglichkeit, Unmöglichkeit und Tiefe des Menschen darstellen.

Eine geniale Künstlerin der Sprache.

Ihre Sammelbände sind ideal für Zeiten, wo man einen ganzen Roman, und derzeit schreiben die AutorInnen ja diese Riesendinger mit 700-1000 Seiten, nicht erfassen kann und will, sich nach längeren Pausen die Personen nicht gemerkt hat, nachblättern muss, warum dies oder jenes gerade so ein Problem darstellt.
Alice Munros Geschichten sind ideal für einen Abend. Abschalten, hinschauen, die Augen heben, nachwirken lassen.


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Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist, Adam?

Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist, Adam?
Michael Köhlmeier und Konrad Paul Liessmann erzählen und philosophieren sich durch die wichtigsten Grundwerte und Grundemotionen des Menschseins.

Dieses Buch ist sehr wohl geeignet, es in einem Zug durchzulesen, gleichzeitig aber, ist es ein Handbuch, das man - nomen est omen - bei der Hand hat, immer wieder zum erforschen, kleine Details wiederzuentdecken, Sich der schönen Sprache zu erfreuen.

Diese beiden großen Denker Östererichs haben ein leichtgängiges, tiefgründiges, wunderbares Werk geschaffen, das wert ist, von ganz vielen Menschen gelesen zu werden.

meint Herta Emmer

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Dienstag, 1. November 2016

Etwas bleibt immer. Von Edgar Rai.



Etwas bleibt immer. Von Edgar Rai. Roman. Berlin-Verlag

Zu Edgar Rai. Ich habe von ihm schon "Die Gottespartitur" gelesen und war sehr überzeugt von seiner schriftstellerischen Größe. Dann "Wenn nicht, dann jetzt". Noch mehr Überzeugung. Und jetzt "Etwas bleibt immer". Drei Stunden. Exakt von kurz nach 22.00 Uhr (die Nachrichten hatten gerade angefangen, zwecks Mangel an richtiger Brille - einen Stock tiefer - und nur der Lesebrille auf der Nase, wurde die Entscheidung "lesen" gefällt ) bis 1.01 Uhr. Dazu muss ich anmerken, dass ich die ersten drei Seiten laut vorgelesen habe (ich lese gerne vor, und ich habe das Glück, dass mein Mann gerne vorgelesen bekommt).

Wie nennt man das? Eingesaugt.

Ein Mann, anfangs noch unbekannten Alters. Housekeeper in der Villa sehr reicher Menschen. Irgendwo an der Cote d'Azur. Er ist sehr viel alleine. Das findet er sehr großartig. Außer Dienstag, da kommt die Gärtnerin. Für ihn ist jeder Montag wie Sonntag (so bezeichnet er die, die nicht arbeiten müssen) nur Dienstag ist anders.

Er ist in die Gärtnerin heillos verliebt, aber er hat irgendwann gelernt, niemanden an sich heranzulassen. Das ist zu gefählrich, da taucht seine zweite Person auf, "Lola". Er leidet an Bewusstseinsstörungen.

Der Besuch der Besitzer kündigt sich an. Lola flippt schon die ganze Zeit aus. Alles wird von ihm bestens organisiert. In der Nacht regiert Lola.

Die Wende? Wahrscheinlich durch Silencio, der Hund, der Agueda (der Gärtnerin) zugelaufen ist. Wie ist das, gemocht zu werden?

Dienstag Abend klafft eine Lücke.

Die Breuers kommen. Lola ist nicht unter Kontrolle zu bringen. Mit den Breuers Gefühlswallungen (Begehren, Zorn, Ekel, ..) Lola ist nicht so feig wie er, Lola macht. Er überlegt schon, sich schwere Medikamente zu spritzen, um Lola wieder los zu werden. Aber er weiß, welch steiniger Weg es ist, davon wieder wegzukommen. Also mit Lola.

Die Gäste von Breuer. Ein Arschloch, ein Ekelpaket. Bei seinem Geruch stellt es ihm (Nino) die Nackenhaare auf.

Eines Morgens schwimmt der Geschäftspartner, das Schwein Wolff, tot im Pool.

Das ist auch eine Wende.


Der Roman eröffnet innere Welten, denen man oft schicksalhaft ausgesetzt ist, zeigt auf, dass jede/r egal welcher äußeren Umstände seine Probleme hat, auch oft gefangen ist, Verstrickungen als Teil des (Erwachswenen-)Lebens. Und doch: einlassen.

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Etwas bleibt immer

Roman
Hardcover
Berlin Verlag 2016
224 Seiten; 213 mm x 135 mm
ISBN: 978-3-8270-1304-0


Die Gottespartitur

Roman
Taschenbuch
Berlin Verlag Taschenbuch 2015
304 Seiten; 187 mm x 120 mm
ISBN: 978-3-8333-1024-9

auf meinem blog. Die Gottespartitur

Wenn nicht, dann jetzt

Roman
Taschenbuch
Aufbau Tb 2013
255 Seiten; 191 mm x 115 mm
Auflage: 2. Aufl.
ISBN: 978-3-7466-2979-7