Dienstag, 23. Mai 2017

Der Lärm der Zeit. Von Julian Barnes

Der Lärm der Zeit
Julian  Barnes
Der Lärm der Zeit.
Roman
Kiepenheuer & Witsch


Julian Barnes, den ich schon bei "Vom Ende einer Geschichte" sehr lieben gelernt habe, schreibt nun über Schostakowitsch. Zu Schostakowitsch bin ich über das Buch "Der Dirigent" von Sarah Quigley gekommen, was mich dazu bewegt hat, mir die CD der Leningrader Symphonie zu besorgen und sie immer wieder zu hören.

Nun. Schostakowitsch. Nun. Julian Barnes.
Muss hervorragend sein.

Was es auch ist.

Schostakowitsch steht im Flur und wartet. Dass er abgeholt wird. Von den Schergen. Er steht da, mit seinem Koffer, und wartet auf den Aufzug. Er will nicht, dass sie ihn im Pyjama aus dem Bett zerren, vor Frau und Kind. Deshalb gibt er sich vernünftig. "Ein Mann, der mit einem Koffer in der Hand das Haus verlässt, kommt zurück, einer, der im Pyjama aus dem Bett gezerrt wird, nicht." Das tröstet.

Julian Barnes lässt vieles anklingen. Was es bedeutet, in einem totalitären Staat zu leben. Darf man Kunst machen? Darf man sich anpassen? Wie geht leben?

Was macht das nächtliche Warten auf die Verschleppung aus jemandem? Wie umgehen mit der Angst? Um sich, um seine Frau, um sein Kind?

Julian Barnes schafft es in einer sehr dichten Erzählung, anhand des Beispiels Schostakowitsch sehr eindringlich zu zeichnen, was eine Dikatur aus den Menschen macht. Wie sie sich verändern, anpassen, um zu überleben.

Und die Frage der Nachkommen. Dürfen sie das? Darf man sich beugen, und was bedeutet es, es nicht zu tun? Wer richtet?

Dazu ist das Buch gespickt mit Sätzen, Zitaten, Textzeilen, die man sich rausschreiben, an die Wand pinnen, ständig zitieren möchte. So einfach, so viel aussagen.

Seite 72. "Das war eine der fragen, die ihm im Kopf herumgingen: War es mutig, dass er dort stand und auf sie wartete, oder war es feige? Oder keins von beidem - nur vernünftig? Er rechnete nicht damit, die Antwort zu finden."
Seite 69. " Vor ganz kurzer Zeit noch hatte er die Unverwüstlichkeit der Jugend in sich gespürt. Mehr noch - die Unkorrumpierbarkeit der Jugend. Und darüber hinaus, oder allem zugrunde liegend, eine Überzeugung von der Richtigkeit und Wahrheit allen Talents, das er besitzen mochte, und aller Musik, die er geschrieben hatte. Das alles war in keiner Weise entkräftet worden. Es war jetzt nur völlig ohne Belang."
 Seite 240. Die Geschichte vom Säufer.
 Seite 240. "... aber mittendrin, darüber und darunter und durch alles hindurch hatte Dmitri Dmitrijewitsch einen perfekten Dreiklang gehört. ..."
Seite 159. "... Vielleicht war es mit dem Mut wie mit der Schönheit. Eine schöne Frau wird alt: Sie sieht nur, was nicht mehr ist, andere sehen nur, was geblieben ist. ... Er sah nur, was nicht mehr war."
 Seite 176 und 177. "... Wie leicht war es, Kommunist zu sein, wenn man nicht im Kommunismus lebte!"

Das erinnert mich an die Abstimmung der Auslandstürken für die Machtausweitung Erdogans.
 Seite 179. über Strawinsky "... Nun, vielleicht beantwortete das seine Frage über  persönliche Ehrlichkeit und künstlerische Ehrlichkeit; wenn es an der einen fehlte, musste es nicht an der anderen mangeln."
 Seite 184/185. über einen, der nicht weggehen wollte. ".... Na, dann, wollen wir mal, wie der Papagei zu der Katze sagt, die ihn am Schwanz die Treppe runterzieht." *sic!*












Nun, die Begeisterung kennt keine Grenzen. Ein Lehrbuch.

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Montag, 1. Mai 2017

Fürsorge.

Anke Stelling. Fürsorge

Fürsorge.
von Anke Stelling
Roman
Verbrecher Verlag 2017

Dieses Buch ist mir empfohlen worden. Ich hätte es so nicht eingekauft, auch nicht gelesen. Eine harte Geschichte über Egoismus. Das Cover zeigt Hanteln.

Aber die Frau, die mir die Geschichte erzählt hat, bei der Schulung "Neuerscheinungen der Belletristik" für Bibliothekarinnen, wo ich mit dem Büchertisch und selbst anwesend bin. Dort ist mir das Buch aufgefallen. Und es hat mich nicht mehr los gelassen.

loslassen
losgelassen
verlassen
gehen lassen

Diese Worte passen sehr gut zu dem Buch. Die junge Balletthoffnung wird schwanger. Natürlich kann man die Betreuung und das Säugen eines Babys diesem Körper nicht antun. Das Baby bleibt bei der Oma.

Die erfolgreiche Tänzerin. Wir erleben sie, als sie 36 ist. Sie ist mit einem jungen Dichter liiert, finanziert ihn. Ihre Gelenke sind kaputt. Eine Nachbarin erzählt über sie. Die Göttliche, Die Perfekte, Die langen unendlich langen, blonden Haare, die Frau, die nichts isst, die körperlichen Schmerz als Ansporn empfindet, ein Vorbild in ihrer Konsequenz.

Die Nachbarin ist schwaner, hochschwanger, mag man sich mit diesem Körper neben die zarte Perfektion setzen? Wer ist man? Und dann erzählt der Liebhaber der Ballerina, sie sei Mutter eines 16jährigen Sohnes. Niemand kann sich vorstellen, dass diese Zierlichkeit...

Die Ballerina. Taucht dann im Plattenbau der Mutter auf. Ein Fremder öffnet die Tür. Das ist wohl ihr Sohn. Ein wunderschöner Mann, spricht über seinen Körper, wie sie auch. Krafttraining. Durchhaltevermögen. Wie ähnlich sie sich sind. Diese Anziehung.

Die Mutter/Großmutter. Funktioniert. Fragt nicht. Hinterfragt nicht. Sie tut, was zu tun ist. Das war schon immer so (Ich erinnere mich an die Großmutter aus "Die schärfsten Gerichte der tartartischen Küche" von Alina Bronsky). Eine Ostgeschichte. Menschen, im Totalitarismus erzogen.

Die Ballerina und der Krafttrainer - Anziehung. Er schäumt vor Testosteron, sie verliert sich in Sehnsucht, körperlich. Ganz klar, sie ist immer körperlich, sie reagiert. Auf ihn.

Ja. Körperliche Anziehung zwischen Mutter und Kind. 16 Jahre zu spät. Hier ist keine Unschuld in der unbedingten Liebe.

Er will, dass sie wieder weggeht, sein Leben verlässt. Sie steigt in den Zug. Zurück nach Berlin. Ihr Leben ist verändert. Sie spürt in sich.



*
Dieses Buch ist so stark, Anke Stelling hat einen so dichten TExt geschrieben, der uns verwirrt, der den Körperkult aufzeigt, den Egoismus der dadurch bedingt ist, Nur ICH. Sie, die Ballerina, nur sie.

Ein außerordentlich zeitgemäßer Roman. Überschreitet alle Grenzen. Der Scham, Der Regelhaftigkeit, des Schutzes. Was ist dann dieses neue Leben?

*

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Erkenntnis

Heute ist mir wieder aufgefallen.

Je älter ich werde, desto mehr erkenne ich, wie wenig ich weiß.






Montag, 17. April 2017

Das merkwürdige Verhalten von Schipansen in Kinderkleidung. Felicitas Auersperg

Das merkwürdige Verhalten von Schimpansen in Kinderkleidung
und andere sozialpsychologische Experimente.

Felicitas Auersperg
Orac 2017,Verlag Kremayr & Scheriau

Ein gewisses Faible für (sozial-)psychologie kann ich ja nicht abstreiten. So ist mir dieses Buch natürlich gleich aufgefallen, als es im Neuerscheinungskatalog des Verlages aufgeschienen ist. Und: die Autorin möchte auch gerne das Buch persönlich vorstellen. Neugier geweckt, Buch bestellt, Nachkastl (der übliche Weg), in Ruhe im Bett, Lampe, Ruhe, geöffnet.

Das ist immer so ein schöner Augenblick, wenn man ein Buch zum ersten Mal öffnet. Eine gewisse Anspannung kann ich nicht leugnen, eine Vorfreude auf "was da kommt".

Witzig!
Kurzweilig!
Interessant!

Felicitas Auersperg präsentiert die berühmtesten Experimente der letzten 50 Jahre mit all ihren Ergebnissen, Erkenntnissen, und dann wird die Frage beantwortet: Was ist der Sinn des Experiments. Was haben wir daraus gelernt.

Wirklich erkenntnisreich, auch für Leute, die das Sachgebiet schon gelernt haben. Ein neuer Blickwinkel, eine lesbare Sprache, kein Lehrbuch.
Und für alle diejenigen, die diese Erkenntnisse vom Hörensagen kennen, vieles ist ja in unseren Alltag eingeflossen, einmal zu erfahren, wie es wirklich war.

Ich liebe es. Ich lese es, kapitelweise, zwischendurch, durcheinander, immer wieder.
Auch der Zufall der Auswahl ergibt ein Schmunzeln. Warum heute gerade dieses Experiment erwischt wurde? ....

Ja, ein Buch für alle, die manches gerne genauer wissen wollen.

(und sich dabei nicht tödlich langweilen...)


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Greif nach den Sternen, Schwester! von Latifa Nabizada

"Greif nach den Sternen, Schwester!"
Mein Kampf gegen die Taliban.

von Latifa Nabizada
und Andrea Claudia Hoffmann.

Verlag Knaur.

Das Buch kannte ich schon. Voriges Jahr ist es in meiner Buchhandlung gelegen. Eine der vielen Neuerscheinungen anläßlich der Flüchtlingsbewegungen. Ein großer Teil der Sachbuchabteilung galt diesem Thema. So erging es diesem Buch wie vielen anderen auch. Im Überfluss übersehen.

Dann - vorige Woche - sah ich einen Beitrag im ORF. Latifa Nabizada, die erste Pílotin Afghanistans. Sie saß dort, im Literaturhaus Wien, und sprach über sich. Mir fiel sofort das Buch ein, die ist in Wien?!?!?!

Die Frau hat eine sehr starke Ausstrahlung. Jetzt musste sie also doch weg. Sie hat in Wien Asyl. Sie tritt öffentlich auf. Ich muss sie kennenlernen!

Zuerst aber das Buch. Gleich am Montag besorgte ich es mir - sitze ich doch an der Quelle - das geht in einem Tag. Dazwischen die Karwoche. Viele Vorbereitungen, Aktionen, Osterbasteln, handlettering, Wochenabschluss. Aber dann. Karsamstag. Buch öffnen.

Um den Schluss gleich vorwegzunehmen. Ich habe es noch in der Samstagnacht fertig gelesen. Am Nachmittag nur kurz begonnen, sofort erkannt, das zieht, das ist urspannend. Dann Verpflichtungen. Aber schon früh ins Bett, Buch aufgeschlagen - und nicht mehr aufgehört. Wachest gelesen. Aufgesaugt, erschüttert, die Namen der Städte merkend.

Besonders interessant ist es, weil jetzt gerade eine große Bombe von den Amis an einem Ort niedergegangen ist, von dem sie schon in ihrem Buch erzählt. Sie war Kampffliegerin. Auch spricht sie von Städten, von denen mir schon meine afghanische Flüchtlingsfamilie erzählt hat, von der Brutalität der Taliband. Was Kinder sehen müssen.

Latifa Nabizada ist 1971 in Afghanistan geboren. Sie kennt das Land nur unter Besatzung, nur kriegerisch. ein Satz:"Frieden gibt es für uns immer nur ganz kurz."

An ihrer persönlichen Geschichte bilden sich die letzten 40 Jahre in Afghanistan ab. Zuerst russische Besatzung - was ihr doch den Besuch der Pilotenschule ermöglicht. Zwar sehr schwer und mit schier unüberwindlichen Hindernissen gespickt, aber doch.

Leistung, Leistung, Leistung. Sich beweisen, niemanden enttäuschen. Und das Glück zu fliegeln. So früh schon zu wissen, was man will. Und es schaffen. Diese Frau hat einen sehr starken Willen. Ein Leben voller Schwierigkeiten, Krieg, die wahnsinnigen Taliban-Kämpfer. Die innige Beziehung zur Schwester. Es war ja zwei Pilotinnen. Latifa und Lailuma.

Das Buch ein einziger Schrei nach Freiheit. Nach Selbstbestimmung.

Latifa Nabizada. Ich will sie persönlich kennenlernen, ich will sie hören, möchte ihre Ausstrahlung wahrnehmen.

Das Buch kann jetzt gleich gelesen werden. buchwelten online-shop.
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Sonntag, 9. April 2017

Löwen in der Einöde. Daniel Wisser

Löwen in der Einöde.
Daniel Wisser.
Verlag Jung und Jung.

Vorigen Samstag - Nachmittag, 13.00 Uhr. Ich noch in der Buchhandlung. Welches Buch mitnehmen? Schnell! Immerhin ist um 15.00 Uhr Termin und die Zeit knapp. Morgen, Sonntag, terminfrei!!!!!
Buch! Jetzt!

Die Panik beruhigt sich, als ich Daniel Wissers "Löwen in der Einöde" in der Hand halte. Ja. Das wird es sein.

Vorigen Sonntag, 2.4.2017. Herta terminfrei zu Hause. Müde und erschöpft von der Jahresabschlusswoche. Wir haben inventiert. Was heißt zählen, nehmen, zurückstellen, aufschreiben, ansagen, ankreuzeln. Und das bei den 1000000 Produkten. Von Buch über Schreibgeräte zu Papierwaren, Spielzeug, Gimmix, Mitnahmeartikel, Schulware, Nachfüller aller Arten. Billets, die in die 1000e gehen.

Also Sonntag. Ruhe. Buch nehmen. Aufmachen. Lesen. Genuss.

Und welcher! Daniel Wisser hat ein Meisterstück geliefert! Über Daniel Braun, den Loser der Nation. Der andere Daniel Brauns sucht, wer heißt noch so? Der geträumt hat, als Kind. Und jetzt nicht mehr. Oder dauernd. Frauen. Sehr kompliziert. Beziehungen und Nebenbeziehungen. Stress. Und dann. Daniel! Braun! Welch ein Name. Auch noch die Mutter. Immer einer, der sich duckt.

Und dann kommt sein großer Augenblick. Seine Heldentat! Die Rettung seiner ewigen Sehnsucht!

Fehlalarm.

Das Buch ist so genial geschrieben, man kommt einfach nicht raus. So ist es jetzt gerade in Wien. So leben wir jetzt in der westlichen Welt. Das sind wir. Jeder in seiner persönlichen Individualität gefangen.

Ich wünsche mir Daniel Wisser live. Mal sehen, wann das klappt. Ich werde informieren.

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Lesen und besprechen! Mitteilen, wollen wir es reflektieren? Wie wäre das? Beim Treffpunkt #Literaturkreis etwa? Das wäre doch was.


Eure/Ihre
Herta Emmer

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Der Mann, der Luft zum Frühstück aß. Radek Knapp


Der Mann, der Luft zum Frühstück aß.
Radek Knapp
Verlag Deuticke.

Radek Knapp, ein Schelm. Ein Autor mit Augenzwinkern, der uns kurz zulächelt und die Dinge so sagt, dass wir uns ertappt fühlen. Einer, der unsere ureigensten Wünsche kennt, die böswilligen - ungesagten - Beschimpfungen der anderen, die Träume vom perfekten Leben.

Und in diesem Büchlein beschreibt er das Leben eines kleinen Polenbuben, der von seiner Mutter nach Wien gebracht wird, um Deutsch zu lernen. "Dabei spricht man in Wien gar nicht Deutsch", lässt er ihn sagen.

Ein Buch zum laut Auflachen, Schmunzeln, mit feinem Sinn für unsere Realitäten sticht er mit dünnen Nadeln in uns hinein, so dass es mehr kitzelt als schmerzt.

In einem Zug durchgelesen, Teile vorgelesen, wieder gelesen, egal wo man es aufschlägt, eine Sammlung von Bonmots

Sehr sehr gute Lektüre über Wien, die Jugend und die Gesellschaft im 21. Jahrhundert.

Sofort kaufen, lesen und Radek Knapp am 18.6.17 bei #grenzenloslesen live erleben!

Das zahlt sich aus!buchwelten online-shop

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Übrigens, Radek Knapps Buch Reise nach Kalino ist ein Geheimtipp!

Ich habe das Buch 2013 gelesen und besprochen

Unterm Bett liegt ein Skelett. Arne Rautenberg

Unterm Bett liegt ein Skelett.
Arne Rautenberg.
Peter Hammer Verlag. 2016

Gedichte cool, Zeichnungen genial.

Den Illustrationen von Nadja Budde muss man sich näheren. Dann erkennt man die Genialität in ihnen. Mittlerweile bin ich ein großer Fan ihrer Bücher. Hier in Kombination mit den Gruselgedichten von Anne Rautenberg.

Ein Must! für Kinder ab 8. Es gruselt wirklich.


Gut zum Auswendig-Lernen, erschrecken und verschrecken. Wortspiele der feinen Klasse.

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Unsere Seelen bei Nacht. Kent Haruf

Unsere Seelen bei Nacht.
Kent Haruf.
Diogenes.

Lange Zeit schon habe ich kein so berührendes Buch gelesen. Eine Frau, 70, klopft bei der Tür ihres Nachbarn, ersucht, eingelassen zu werden, und eröffnet ein ungewöhnliches Angebot: wenn er möchte, sie würde sich sehr freuen, könne er jede Nacht bei ihr übernachten. Die Nächte seien das Schlimmste, wenn man so allein ist.

Er, 70, .... ?!

Er packt sich dann zusammen, Zahnbürste, Pyjama. Und kommt zu ihr. Sie liegen im Bett, schauen an die Decke, wie ist das? So nach vielen Jahren des Witwen/Witwerdaseins neben jemandem zu liegen?

Alles ein bißchen - peinlich? Komisch jedenfalls.

Daraus entwickelt sich eine zuerst verborgene, dann öffentliche Beziehung.

Dürfen die das? In diesem Alter? Was sagen die Kinder dazu? Skandal!?

Kent Haruf beschreibt in diesem Roman in einer ganz einfachen, alltäglichen Sprache, genau das. Zwei Alleinstehende, die sich annähern. Langsam, nebenbei, wächst ein zartes Pflänzchen der Vertrautheit, der Annäherung.

Dieses Buch hat mich ganz in seinen Bann gezogen, ich habe es auch gleich beim #Literaturkreis vorgestellt, der Anfang - vorgelesen - beeindruckend.


Nehmen. Lesen. Versinken.
Ärgern. Schmunzeln.

Ihre/Eure
Herta Emmer

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Mein Leben mal eben. Nikola Huppertz

Mein Leben mal eben
Nikola Huppertz
Coppenrath

Anouk versucht jetzt wirklich ein normales Mädchen mit einer normalen Familie zu werden. Was soll daran so schwierig sein?

Vielleicht liegt es an dem alten PC, den ihr ihr MaMi gegeben hat. Generetaion Steinzeit. Wie sie bemerkt.

Anouk MUSS! DRINGEND! normal werden. Nächste Woche beginnt wieder die Schule und sie wird von ihren Freundinnen immer mit diesem Anouuuk! bitte! und Augenverdrehen bedacht, weil Anouk die neuen angesagten Bands nicht kennt, im von allen gespielten Computerspiel nicht nur eine Niete ist. Nein. Ahnungslos.

In diesem Schuljahr wird das anders.

Nikola Huppertz stellt in diesem Jugendbuch ein 14jähriges Mädchen vor, das in einer Mixed-Familiy aufwächst, d.h. sie hat 2 Mütter und einen Erzeuger, guter Freund der Mütter, alle sind Künstler, halten nichts vom neuesten Computer, kochen täglich frisch, lesen.

Somit wird ihr Kind eine Außenseiterin in der Schule. Weder genug Geld für "Klamotten" - die nähen sie nämlich selbst - immer aus den Resten der neuesten Opernproduktion, MaMi ist nämlich Kostümschneiderin - noch für endlich! einen Computer nicht Marke uralt.

In diesem witzig erzählten Roman erleben wir eben Anouk, 14, die nun versucht, sich anzupassen. Wer will nicht dazugehören? Ihre Sorgen und Nöte schreibt sie in ein Tagebuch, dessen Auszüge wir lesen.

Ich habe mich bei diesem Buch sehr amüsiert, die Sprache ist kurzweilig und witzig, jede/r die/der sich noch ein bißchen an seine frühe Pubertät erinnern kann, findet sich hier wieder.

Ein klug erzähltes Buch über neue Beziehungsformen und was das mit unseren Kindern macht.


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Eure/Ihre Herta Emmer

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Donnerstag, 16. Februar 2017

Penguin Bloom

Penguin Bloom.
Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete.


Penguin Bloom ist eine Elster, die aus dem Nest fällt und von der Familie gerettet und aufgezogen wird. Das ist die eine Seite.
Die andere Seite. Die Frau der Familie, die Mutter, erleidet bei einem Urlaub einen so schweren Unfall, dass sie gelähmt bleibt und von höllischen Schmerzen geplagt wird.

Wovon Penguin Bloom lebt: Die Fotografien. Kunstwerke. Sensibel. Dieser zutrauliche Vogel, man kann sich der Faszination nicht entziehen.

Ein Buch zum Freude schenken, zum Trost finden, zum Sich-an-der-Kunst-erfreuen, zum Kraft schöpfen. Ein weises Buch. Eine schreckliche Geschichte. Eine tröstliche Geschichte. Ein Familie, die durch etwas plötzliches, Unvorhersehbares völlig aus ihrem Leben gerissen wird. Die durch etwas anderes Unvorhersehbares wieder zu Kräften kommt.

Die Texte sind einfach. Untertitel zu den Bildern. Ein Bildband.
Ein ideales Geschenk.


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Unterleuten. Von Juli Zeh.

Unterleuten. Von Juli Zeh.

Noch so ein Buch, wo ich die Autorin live in Leipzig gesehen habe. (Bin ich jetzt eine Spätzünderin. Offenbar. hm. Lebe trotzdem noch immer.)

Nun für alle Spätzünder, Zweit- und Drittverwerter. Das Buch kommt jetzt im Taschenbuch raus. Sie können es somit als "echtes" Buch. Sprich: Hardcover gebunden, als Taschenbuch oder auch elektronisch lesen. Sie können es auch hören, oder mixen Sie frei nach Lust und Laune. Das geht ganz wunderbar.

Denn "Unterleuten" ist es wert von Anfang bis Ende durchgelesen zu werden. Es ist die Geschichte des Dorfes Unterleuten, irgendwo im Speckgürtel von Berlin. Vielleicht etwas über den Speckgürtel drüber. Dort, wo man sich als Städter gerne sein romantisches Landhausleben hinwünscht. Unberührte Natur. entzückende, freundliche Eingeborene, ansonsten: nichts.

So auch in Unterleuten. Bis man dort das Projekt Windräder vorstellt. Und die schützenswerte Vogelwelt!

Nun, so wie sich der kleine Stadtmaxi das Dorfleben vorstellt, so ist es nicht. Hier leben Menschen "mit Geschichte" (so wie wir im Umkehrschluss feststellen können, wenn Kron, einer der Helden, die Zugezogenen als Menschen ohne Geschichte beschreibt.)

Was Juli Zeh gelingt, ist ein Gesellschaftsroman, aktuell und gleichzeitig immerwährend. Denn die Konflikte, Generationen von alten Geschichten, die bilden das Dorf an sich. Eine Dorfgemeinschaft, lieben, hassen, verschworen und doch ohne einander in ein Nichts fallend. Und nun die neu dazukommende Situation der fremden Zuwanderer. Städter, die ein romantisches Leben in freier Natur suchen, sich vorstellend Bioessen, reine Luft atmen, Frieden.

Dann knackst es auf. Am Problem der Veränderung, der groben Veränderung durch den Windpark, brechen alte Geschichten auf. die Dorfbewohner daran gewöhnt, die Neuen, Fettnäpfchenspringend.

Das alles erzählt Juli Zeh - und das macht diesen Roman nochmals zu etwas ganz besonderem - Juli Zeh erzählt die Situation Kapitel für Kapitel aus der Sicht von einzelnen Personen. Jede handelt für sich logisch und konkludent. Jede für sich richtig. Keine Schuldeinbekenntnisse für sich. Da doch alles im Kleinuniversum jeder Person richtig ist. DAS ist das Salz in der Geschichte. DIESE Typen, die in Unterleuten aufeinanderkrachen, ineinander verwoben sind ohne einander sein wollen und dann aber die Trennungen nicht die ersehnte Glückseligkeit bringen.

Aber lesen sie selbst - und dann finden wir uns ein und sprechen darüber. Dafür eignet sich der #Literaturkreis. Jeder dritte Mittwoch im Montag. In Oberpullendorf.

Das Buch kann bei mir gekauft werden. www.buchwelten.at
im online-shop und auch persönlich.
In jeder beliebigen Variante.

Bis bald
Herta Emmer



Ohrfeige. Von Abbas Khider

Abbas Khider, Ohrfeige.
Verlag Hanser. Roman München 2016

Abbas Khider habe ich in Leipzig, auf der Leipziger Messe März 2016 live erlebt und war von seinem Humor und Witz schwer beeindruckt. Vor allem die Divergenz zwischen dem seriös-deutschen Moderator und dem witzigen Autor hat ihres dazu beigetragen.

Nun, ich lese von meinem Lesestapel runter. Und möchte nur anmerken, dass er auch manchmal doch monströse Ausmaße annimmt. Aber: aufgehoben ist nicht aufgeschoben. (oder wie das auch immer ganz exakt heißen mag)

Fakt ist, diesen Herbst habe ich mich hineingelassen. In die Geschichte des abgewiesenen Flüchtlings, der als letzten Akt vor seiner Abschiebung zu seiner Betreuerin bei der Fermdenpolizei geht, sie fesselt und knebelt und ihr dann, erstmals, seine Geschichte erzählt. Die für ihn einzige Möglichkeit, ihr ein Mal seine Geschichte erzählen zu können, denn nun ist sie gezwungen, ihm zuzuhören.

Und was er da erzählt! Und vor allem wie! All die ups and downs, die Kulturvorurteile, die Missverständnisse, auch die misslichen, unglücklichen Lagen, das verschoben werden von A nach B, der Clash of Cultures unter den Flüchtlingen. Aber vor allem: wie er uns, hier: die Deutschen darstellt. Wie er mit wenig Worten ganze Typen zeichnet, die wir uns bildlich vorstellen können. Nichts erfunden. Nur gut erzählt.

Ein Buch voller Humor, zum Auflachen und Schmunzeln, aber natürlich auch zum Nachdenken. Immerhin wird hier in ganz leichter Form, sehr unterhaltsam eine Realität gezeichnet, die als Wirklichkeit nicht so fein ist.

However. Abbas Khider ist mit diesem Buch ein meisterliches Werk gelungen. Raus aus der tranigen Depression, rein in eine Erzählform - die ich an den osteuropäischen Autoren so schätze - in der ich harte Realität lesbar und unterhaltsam abbilde.

Hingehen. Buch kaufen. Lesen.
So einfach.


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Freitag, 6. Januar 2017

Supergene. Von Deepak Chopra und Rudolph E. Tanzi

Supergene. Die neuesten Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft für ein langes gesunes Leben. nymphenburger Verlag.
Von Deepak Chopra und Rudolph E. Tanzi

Chopra und Tanzi sind amerikanische Wissenschaftler. In diesem Ton ist auch das Buch geschrieben. Sehr (sehr!) populärwissenschaftlich. In unseren europäischen Gefilden ist das ja außerordentlich verpönt. Dass wissenschaftliche Erkenntnisse für Nicht-Wissenschaftler lesbar und verständlich dargestellt werden. Die Amerikane haben da nicht solche Standesdünkel.

Was für gewöhnliche Menschen wie mich ein Vorteil ist (nachdem ich meine Näschen etwas runtergenommen habe, war ich doch auch irritiert). Ich lese dann diese wissenschaftlichen Erkenntnisse, bilde mich weiter, erfreue mich der neuesten Erkenntnisse der Neurowissenschaften.

Die Erkenntisse der Wissenschaft zur Mächtigkeit unserer DNA sind so atemberaubend spannend, so grundsätzlich erkenntniserweiternd und revolutionär, dass man gar nicht aufhören kann.

Was sagt das Buch aus. Etwas, das wir in unserem Alltag kennen, empirisch beobachtet, kann jetzt gemessen werden. Kaum kann etwas gemessen werden, ist es reell und keine Phantasie von Esoterikern oder weisen alten Frauen.

Herz, was willst du mehr!

Wir können unsere Gene beeinflussen.

Welche Aussage!

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Das Amerika der Seele. Karl Ove Knausgard

Das Amerika der Seele.
Karl Ove Knausgard.
Luchterhand Literaturverlag

Üblicherweise kann man ziemlich blind lesen, was aus dem Luchterhand Literaturverlag kommt. Die AutorInnen, die hier gelistet sind haben alle etwas ganz besonderes an sich.

wie z. B. Karl Ove Knausgard. Von ihm habe ich seine vielschichtige Selbstportraitierung (min kammp in Norwegen), im Deutschen Bereich Sterben, Leben, Lieben, Spielen, Träumen, der letzte Teil fehlt noch - mit einer Entdeckerfreude gelesen, dass ich mich fast nicht einkriegen konnte, wenn ich den Menschen in der Buchhandlung Knausgard vorgestellt habe.

Für ihn bin ich sogar mitten im Schulbeginnsgeschäft, 2015, nach Wien gefahren, um ihn live zu erleben. (hysterische, romantische Fanin)

Jetzt bringt er in "Das Amerika der Seele" Reden, Essays heraus. Jede Rede, sammelt ein Thema ein, durchmixt es und klärt es wieder auf.

Meine liebsten Kapitel sind die über die Fotografin Francesca Woodman und der Essay über Breivik. Erschütternd, nachvollziehbar und dankbar, dass jemand solche Worte finden kann. Er ist ein mutiger.

Ich bin froh, dass wir einen Literaturkreis in Oberpullendorf installieren. Gründen ist wohl besser ;-)

Denn über gewisse Inhalte z. B. dieser Texte würde ich gerne Reflexion mit anderen Menschen halten. Diese Texte sind groß und beinhalten so grundsätzliche Eindrücke von Mensch-Sein (z. B. eben das Kapiel, was Kunst ist, und was den Mensch zum Menschen macht), dass es schade ist, es nur für sich allein gelesen zu haben. Hier wäre Teilen sehr bereichernd.

#LiteraturkreisOberpullendorf
#grenzenloslesen
#buchwelten

Das sind so die Spuren, die ich lege, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen ...

Knausgard gehört gelesen.
Das Amerika der Seele ist ein guter Einstieg (bitte nicht über das erste Kapitel erschrecken! Er fängt gerne mit grundsätzlichem an.)

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Sei wie ein Fluß, der still die Nacht durchströmt. Paulo Coelho

Sei wie ein Fluß, der still die Nacht durchströmt. Geschichten und Gedanken.

Dass ich (fast) alles von Paulo Coelho gelesen habe, dürfte nicht verwundern. Man hat eben auch seine tiefsinnige, romantische, menschlichwachsen Seite.

Aber gerade dieses schon lange am Markt seiende Buch war noch nicht in meiner Sammlung. Warum nicht? Manche Fragen können nicht beantwortet werden...

An einem dieser späten Novemberabende, ich bin noch in der Buchhandlung, man geht noch ein bißchen herum, schaut den Büchern beim Einschlafen zu, nimmt die Ruhe an, die Gedanken, dieser ewige Strom der Millionen elektrischen Funken, verlangsamen sich. Was mitnehmen? Was heute noch durchlesen?

Ich streife von Regal zu Regal, nehme dies in die Hand, drehe dort um, ziehe meine Kreise durch alle Abteilungen. Man möchte sich aufbauen lassen, nichts frustrierendes heute, bitte, etwas zum Entspannen. Etwas, wo die Nacht kommen kann, Gedanken, die jemanden gut einschlafen lassen. Wo man keine verstörten Träume zu erwarten hat.

Aber blöd darfs auch nicht sein. Und nicht banal. Gnade.

Nun, der Diogenes-Ständer. Und da fällt mir dieses Buch in die Finger. Kenne ich noch nicht. hm. So was.

Die Entscheidung war getroffen.

Mit Coelho ins Bett. Aufschlagen, anlesen, einschlafen, am nächsten Tag wieder. Diesmal mehrere Episoden.

Er hat hier einfach Gedanken, die sicherlich schon lange auf seinem Schreibtisch herumgelegen sind, zusammengefasst. Nichts großartiges. Einfach sein Leben. Ein Alltag, gefüllt mit Erfahrungen und Gedanken.

Man findet sich. Manchmal auch nicht so sehr. Dann wieder. Ein bißchen zuschauen, mitdenken.


Auch schön zum Weiterschenken.

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Was ich dir schon immer sagen wollte. Alice Munro

Was ich dir schon immer sagen wollte.
Alice Munroe, Literaturnobelpreisträgerin, wieder einmal mit exzellenten Kurzgeschichten.

Dass ich ein großer Fan von Alice Munro bin, ist meinen LeserInnen wohl nicht entgangen. Jetzt, genauer im November 2016 habe ich mir wieder eine ihrer Kurzgeschichtensammlungen gegönnt.

Wobei "Kurzgeschichten".
Das, was wir im deutschsprachigen Raum landläufig unter Kurzgeschichten verstehen und das, was Alice Munro in ihren präzisen Romanen erschafft, sind mindestens zwei Paar Schuh.

Sie kann in einer unglaublich leichtgängigen Sprache, mit Mäandern in kleinste - unwichtige - Details auf kleinem Platz das ganze Universum der Alltäglichkeit, Unmöglichkeit und Tiefe des Menschen darstellen.

Eine geniale Künstlerin der Sprache.

Ihre Sammelbände sind ideal für Zeiten, wo man einen ganzen Roman, und derzeit schreiben die AutorInnen ja diese Riesendinger mit 700-1000 Seiten, nicht erfassen kann und will, sich nach längeren Pausen die Personen nicht gemerkt hat, nachblättern muss, warum dies oder jenes gerade so ein Problem darstellt.
Alice Munros Geschichten sind ideal für einen Abend. Abschalten, hinschauen, die Augen heben, nachwirken lassen.


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Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist, Adam?

Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist, Adam?
Michael Köhlmeier und Konrad Paul Liessmann erzählen und philosophieren sich durch die wichtigsten Grundwerte und Grundemotionen des Menschseins.

Dieses Buch ist sehr wohl geeignet, es in einem Zug durchzulesen, gleichzeitig aber, ist es ein Handbuch, das man - nomen est omen - bei der Hand hat, immer wieder zum erforschen, kleine Details wiederzuentdecken, Sich der schönen Sprache zu erfreuen.

Diese beiden großen Denker Östererichs haben ein leichtgängiges, tiefgründiges, wunderbares Werk geschaffen, das wert ist, von ganz vielen Menschen gelesen zu werden.

meint Herta Emmer

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Dienstag, 1. November 2016

Etwas bleibt immer. Von Edgar Rai.



Etwas bleibt immer. Von Edgar Rai. Roman. Berlin-Verlag

Zu Edgar Rai. Ich habe von ihm schon "Die Gottespartitur" gelesen und war sehr überzeugt von seiner schriftstellerischen Größe. Dann "Wenn nicht, dann jetzt". Noch mehr Überzeugung. Und jetzt "Etwas bleibt immer". Drei Stunden. Exakt von kurz nach 22.00 Uhr (die Nachrichten hatten gerade angefangen, zwecks Mangel an richtiger Brille - einen Stock tiefer - und nur der Lesebrille auf der Nase, wurde die Entscheidung "lesen" gefällt ) bis 1.01 Uhr. Dazu muss ich anmerken, dass ich die ersten drei Seiten laut vorgelesen habe (ich lese gerne vor, und ich habe das Glück, dass mein Mann gerne vorgelesen bekommt).

Wie nennt man das? Eingesaugt.

Ein Mann, anfangs noch unbekannten Alters. Housekeeper in der Villa sehr reicher Menschen. Irgendwo an der Cote d'Azur. Er ist sehr viel alleine. Das findet er sehr großartig. Außer Dienstag, da kommt die Gärtnerin. Für ihn ist jeder Montag wie Sonntag (so bezeichnet er die, die nicht arbeiten müssen) nur Dienstag ist anders.

Er ist in die Gärtnerin heillos verliebt, aber er hat irgendwann gelernt, niemanden an sich heranzulassen. Das ist zu gefählrich, da taucht seine zweite Person auf, "Lola". Er leidet an Bewusstseinsstörungen.

Der Besuch der Besitzer kündigt sich an. Lola flippt schon die ganze Zeit aus. Alles wird von ihm bestens organisiert. In der Nacht regiert Lola.

Die Wende? Wahrscheinlich durch Silencio, der Hund, der Agueda (der Gärtnerin) zugelaufen ist. Wie ist das, gemocht zu werden?

Dienstag Abend klafft eine Lücke.

Die Breuers kommen. Lola ist nicht unter Kontrolle zu bringen. Mit den Breuers Gefühlswallungen (Begehren, Zorn, Ekel, ..) Lola ist nicht so feig wie er, Lola macht. Er überlegt schon, sich schwere Medikamente zu spritzen, um Lola wieder los zu werden. Aber er weiß, welch steiniger Weg es ist, davon wieder wegzukommen. Also mit Lola.

Die Gäste von Breuer. Ein Arschloch, ein Ekelpaket. Bei seinem Geruch stellt es ihm (Nino) die Nackenhaare auf.

Eines Morgens schwimmt der Geschäftspartner, das Schwein Wolff, tot im Pool.

Das ist auch eine Wende.


Der Roman eröffnet innere Welten, denen man oft schicksalhaft ausgesetzt ist, zeigt auf, dass jede/r egal welcher äußeren Umstände seine Probleme hat, auch oft gefangen ist, Verstrickungen als Teil des (Erwachswenen-)Lebens. Und doch: einlassen.

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Etwas bleibt immer

Roman
Hardcover
Berlin Verlag 2016
224 Seiten; 213 mm x 135 mm
ISBN: 978-3-8270-1304-0


Die Gottespartitur

Roman
Taschenbuch
Berlin Verlag Taschenbuch 2015
304 Seiten; 187 mm x 120 mm
ISBN: 978-3-8333-1024-9

auf meinem blog. Die Gottespartitur

Wenn nicht, dann jetzt

Roman
Taschenbuch
Aufbau Tb 2013
255 Seiten; 191 mm x 115 mm
Auflage: 2. Aufl.
ISBN: 978-3-7466-2979-7

Sonntag, 30. Oktober 2016

TROTZDEM

Manchmal streifen einen neblige Gesprächsfetzen, die schmecken wie Galle. Meinungen und Gerüchte, die stinken wie faule Eier.

jedoch: sie sagen mehr über den Sender aus, als über den Empfänger. (Was zwar kurzweilig tröstlich ist, aber im Endeffekt nichts nützt.)

Vieles kann man schließen, die Augen zum Beispiel, bei den Ohren wird es schwierig.

Doch bevor man sich dem beleidigten "Ich muss ja nicht" oder dem trotzigen "Habt mich gerne" hingibt, hilft es, sich an etwas höherem, tiefer gehenden aufzurichten, Kraft und Zuversicht aus Worten und Sätzen größeren Ausmaßes, sinnvolleren Inhalts zu ziehen.


Wie z. B. aus TROTZDEM

Urheberin dieser Sätze: Mutter Teresa.

TROTZDEM

Die Menschen sind unvernünftig, irrational und egoistisch.
Liebe diese Menschen trotzdem.
Wenn du Gutes tust, werden dich die Menschen beschuldigen, dabei selbstsüchtige Gedanken zu haben.
Tue trotzdem Gutes
Wenn du erfolgreich bist, gewinnst du falsche Freunde und wahre Feinde.
Sei trotzdem erfolgreich.
Das Gute, das du heute getan hast, wird morgen schon vergessen sein.
Tue trotzdem Gutes.
Ehrlichkeit und Offenheit machen dich verwundbar.
Sei trotzdem ehrlich und offen.
Die Menschen bemitleiden Verlierer, doch sie folgen Gewinnern.
Kämpfe trotzdem für ein paar von den Verlierern.
Woran du Jahre gebaut hast, das mag über Nacht zerstört werden.
Baue trotzdem weiter.
Die Menschen brauchen wirklich Hilfe, doch es kann sein, dass sie dich angreifen, wenn du ihnen hilfst.
Hilf diesen Menschen trotzdem.
Gib der Welt das Beste, was du hast, und du wirst zum Dank dafür einen Tritt erhalten.
Gib der Welt trotzdem das Beste.
Letztendlich ist dann alles eine Angelegenheit zwischen dir und Gott.
Sowieso war es nie eine Angelegenheit zwischen dir und anderen.

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Das mag schon alles sehr schwülstig klingen, der Anspruch ist hoch, aber es war doch die Rede, sich an etwas aufrichten zu können. An jemandem, der weit über die eigene kleine Verletztheit geht, der weit über der persönlichen Kränkung steht, an der wir selbst schon oft angestanden sind.

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Quelle: Kalender. Alles hat seine Zeit. 2016. Verlag benno, Eintrag vom 19. Oktober 2016.


Mittwoch, 26. Oktober 2016

Maulina Schmitt. Von Finn-Ole Heinrich.

Die erstaunlichen Abenteuer der einzigartigen, ungewöhnlich spektakulären, grenzenlos mirakulösen Maulina Schmitt.
Geschrieben von Finn-Ole Heinrich. (Finn-Ole ist ein Männername)
Gemalt von Rán Flygenring. (Rán ist ein Fraunname)
Erschienen bei Hanser.

Zu Maulina Schmitt. Maulina Schmitt ist mir vor einigen Jahren in einer Buchempfehlung aufgefallen. Niemand wusste, welchem Kind man dieses Buch empfehlen soll, da es um Trennung und Krankheit geht. Ein bißchen viel für ein Kinderbuch, sagt man.

Das Buch habe ich nur sehr ausgewählt empfohlen, noch hatte ich es selbst nicht gelesen, kannte nur das Buch selbst, hatte reingeblättert, die Rezensionen gehört und gelesen.

Doch ich habe es nie aus dem Sortiment genommen. Dann kam schon der zweite Teil. Der erste ist hellblau, der zweite grün. Wieder Maulina Schmitt. Ich sollte sie doch lesen. Ein Jahr später der dritte Teil. Ich habe sie noch immer nicht aus dem Sortiment genommen, zu wertvoll und einzigartig erscheint es mir (so wie "Die Welt, wie Delly sie sieht".

Und jetzt musste es einmal sein. Ich nehme mir Teil 1 mit nach Hause (der hellblaue Teil). Fange an und kann mich überhaupt nicht mehr entziehen. Maulina ist so durch und durch stark als Person, so wunderbar zornig, so fantasievoll in ihrer Rache, und ein Kind. Sie muss noch 71/2 Jahre warten, bis sie erwachsen ist und endlich tun kann, was sie will.

Am nächsten Tag nehme ich gleich Teil 2 (Warten auf Wunder) mit nach Hause - auch hier. Ins Bett, Welt aus, Maulina rein, durchgelesen. Keine Minute unterbrochen.

Für Teil 3 muss ich suchen gehen - es hatte sich in den Regalen verreiht, war von den 10jährigen zu den 12jährigen gerutscht (was in meiner Buchhandlung ein völlig anderes Regal ist - einmal umdrehen bitte!) Und dann Teil 3. Ende des Universums.

Ich möchte die Maulina Serie vorlesen, gemeinsam mit Kindern lesen. Es ist so echt. Kindern wird so oft das Leben vorenthalten. Doch das dürfen wir nicht. Sie sind im echten Leben mit all den Themen konfrontiert, uns hier ist eine Protagonistin, der es auch so geht. Sie wird mit Problemen konfrontiert, die die Erwachsenen, ihre Eltern haben. Und sie muss da mit. Ob sie will oder nicht.

Das Buch ist nicht melancholisch, es ist einfach so, wie das Leben so ist. Zorn, Trauer, neue Umgebung, hasse alle, Mutterliebe, verloren sein und aufgehoben sein. Neue Freunde finden, alte Freunde behalten, eine neue Frau in Papas Leben (Eindringling!), Mama hat "Die Krankheit". Umzug. Opa ist witzig, große Aufgaben mit den Freunden. Im letzten Teil stirbt Mama an "der Krankheit". Papa ist da, auch wenn Maulina "die Neue" nicht mag, ihre zwei kleinen Brüder liebt sie sehr, sie kommt zurück nach Hause, in ihr Paradies, Mauldawien, aber auch hier verändert. Es wird gut weitergehen, vieles hat sich verändert. Sie ist eine starke Persönlichkeit geblieben, der Maul hat sich in den letzten drei Jahren etwas zähmen lassen (Zornausbrüche), sie ist älter geworden.

BITTE LESEN SIE DIESES BUCH MIT IHREN KINDERN!!!
LIEBE LEHRERINNEN: BITTE LEST DIESES BUCH IN DER KLASSE!!!

Es geht um Umgang mit Veränderungen, mit neuen Lebensumständen, aber auch darum, sich selbst treu zu bleiben.


Hier gleich besorgen www.buchwelten.at und im buchwelten-online-shop

Dass die Zeichnungen herausragend, das Spiel mit versteckten (Such-)Bildern fantasievoll, die Einschübe in Grafiken abwechslungsreich sind - dass dies auch den besonderen Ton unterstützt, das wollte ich noch gesagt haben.


Der Gedanke an das Glück und an das Ende.

Der Gedanke an das Glück und an das Ende.
Von Jean-Luc Seigle
Überesetzt aus dem Französischen von Andrea Spingler
Verlag C.H. Beck.


Dieses Buch, zumindest jenes, das ich in Händen halte, ist ein Leseexemplar. Ein Leseexemplar ist etwas ganz besonderes. Das bekommen Buchhändler und Literaturkritiker, bevor das Buch in den Handel kommt. Und da mich die Thematik interessiert, und mir auch gesagt wurde, dass Seigle so wunderbar geschrieben hat, habe ich um ein Exemplar gebeten. Und es bekommen. 2014.

Seit 2014 lese ich dieses Buch. Am Anfang, im Herumtragen. D. h. ich trage es von einem Leseplatz zum nächsten, dann hineinlesen, passt gerade nicht, dann vieles andere lesen, dann wieder hineinlesen. Dann einmal den Stoß der "daswillichnochlesen"-Bücher durchsortieren. Immer wieder ist dieses Buch wieder zum Stoß "Dasleseichnoch" zurückgekommen, bzw. bei ihm verblieben. Diesen Sommer war es so weit, ich begann wirklich. Hörte wieder auf, las vieles andere, vor allem Kinderbücher und Sachbücher, dann wieder. Und im September waren alle (fast alle) der "dasunbedingt"-Bücher weg. Der Stoß am Nachtkastl war kleiner geworden (auch wegen der gefährlichen Fallhöhe) und "Der Gedanke an das Glück und an das Ende" war noch immer da. Also was jetzt.

Ich schlug eines Nachts auf, im Willen, mir das Buch jetzt tatsächlich zu geben, war es doch schon sehr bemerkenswert, dass es sich über so lange Zeit gehalten hatte. Und vertiefte mich. Sofort wusste ich, warum ich es so oft zur seite gelegt habe. Es geht um einen kleinen Jungen, der gerne liest und niemand in der Familie liest. Ein tiefgründiger Bub. Der Vater in sich selbst verschlossen (Ein Veteran aus dem 2. Weltkrieg), die Mutter gerade in einen vitaleren Mann verliebt, der Bruder im Krieg in Algerien. Das Buch spielt ja in Frankreich.

Der Vater, der mit den neuen Zeiten nicht zurechtkommt, die Großmutter - schon in ihrer eignene Welt - er.

Es ist die Geschichte dieses Sohnes, der dann, einem alten Wissenschafter anvertraut, seinen Bildungsweg macht. Der Vater, irgendwann erhängt aufgefunden. Vom Sohn. Die Mutter ist dann weggezogen von diesem Elend auf dem Land, glücklich mit dem neuen mann. Doch um diesen Werdegang geht es gar nicht.

In Wirklichkeit schreibt er eine Wiedergutmachung an die Kämpfer an der Maginot-Linie. Die Maginot-Linie, die triumphierend von Hitler eingenommen wurde. Die Kämpfer dort, verschmäht vom Volk. Sein Vater war dort im Kampf, darauf folgten Jahre der Kriegsgefangenschaft in Deutschland. Ein gebrochener Mann. Zurückgekommen. Verschmäht. Dort haben wir den Krieg verloren.

Und unser junger Mann beschäftigt sich damit. Vielmehr erkennen wir das erst, als er vor seinen Studenten, er wird Literaturprofessor, eine Brandrede hält. Eine Brandrede für die wackeren Soldaten an der Maginot-Linie.

-

Ich war ganz überrascht über die Wendung. Doch im Roman ist es so seine Leistung, die Ehre seines Vaters wiederherzustellen. Ich bin sehr beeindruckt - und was noch beeindruckender ist; als ich an der letzten Seite angekommen war, habe ich sofort von vorne begonnen. Wieder begonnen. Ein sehr beeindruckendes, beständiges Buch.

Auch wusste ich nichts von diesem Schock der Franzosen. Der Schock, dass die Deutschen in ihr Land eingedrungen sind. Trotz der Erfahrung aus dem ersten Weltkrieg. Dass das heute noch Thema ist.

Zum Stil des Buches. Es ist eben der Stil, den ich sehr gerne mag. Ruhig, innere Monologe, Tiefgang, schöne Sprache. Fein. Sensibel. Die handelnden Personen leichtgängig, scheints oberflächlich, doch mit viel Liebe (?) beschrieben.

Ein Buch, das in Frankreich Bestseller war. 80000 verkaufte Exemplare. Bei uns ist es nicht so druchgekommen, was ich schade finde, denn es ist ein Kleinod, ein Geheimtip. Ein Buch, das die Last der Kriegskinder/Kriegsväterkindergeneration aufdekct. Dieses "wir müssen etwas für unsere Eltern tun, es ist ihnen so schlecht ergangen". (Übrigens im Buch "Wir Kinder der Kriegskinder" wissenschaftlich erarbeitet).

Schön und gut zu lesen. Auch wenn es wieder "diese Zeit", die Zeit des Weltkrieges, der nachwirkt, noch immer nachwirkt, behandelt. Und das wahr wohl der Grund, warum es so lange gedauert hat, bis ich mir den Genuss Jean-Luc Seigle gegönnt habe. Es ist etwas schwermütig. Natürlich ist es das, es geht ja um eine gebrochene Person, gebrochen durch den Krieg. Ein junger Mann, 19, ein Kind fast, erlebt den Krieg, geht in Kriegsgefangenschaft und kommt nicht als geehrter Held zurück, sondern als Versager. So viele sind daran zerbrochen. In diesem Buch bekommen sie ihre Ehre zurück.


Hier bekommt man es: www.buchwelten.at und im buchwelten-online-shop

Dienstag, 13. September 2016

Mein Lichtkind. Von Rita Maria Nikodim

Mein Lichtkind.
Wie mich der Verlust meiner Tochter zu einem bewussteren Leben führte.

Von Rita Maria Nikodim. Verlag Ennsthaler

Rita Maria Nikodim ist Sngerin und Schauspielerin in Österreich. Sie ist erfolgreich, glücklich, wird schwanger, bekommt ein kleines Mädchen.
So beginnt die Geschichte.
Das Baby jedoch stirbt.
Sie fällt in ein tiefes Loch.

Die Geschichte von Rita Maria Nikodim wurde mir ans Herz gelegt, da ich gerne interessante Menschen für Veranstaltungen hole. Der Mann sagte, lesen Sie das, es ist beeindruckend. Nun denn, ich nahm das Buch mit nach Hause und tatsächlich, öffnete es, und begann zu lesen. Es war gerade Sommer, heiße Tage, Zeit für "am See" zu liegen, sich dem lauen Wind hinzugeben. Und ich begann zu lesen.

.... und hörte nicht mehr auf.

Ich habe auch wieder zurückgeblättert, nochmals geschaut, was ist das für eine Frau? Warum schreibt sie das auf? Und woher nimmt sie diese Kraft?

Rita Maria Nikodim ist Sängerin. Sie ist Schauspielerin. Sie steht mit beiden Füßen voll im Leben.

Und dann passiert ihr das mit ihrem Kind. Sie sieht es, auch nachdem es gestorben ist, ihre Umgebund hält sie für verrückt. Depressionen eben. Und sie bleibt dabei, fühlt sich hinein, versucht aus dem "Warum" rauszukommen und begeht durch dieses einschneidende Erlebnis eine Kehrtwendung in ihrem Leben.

Das wichtigste ist das Leben selbst. Dann kommt alles andere. Verpflichtungen, Stress, Leistung, mehr können, mehr müssen, mehr sollen. Alles das kommt danach.

Wie sie es geschafft hat, sich selbst zu stabiliseren und ohne Gram und Harm weiterzuleben, und ein gutes Leben (wieder) zu haben, erzählt sie authentisch und sehr einfühlsam in diesem Buch.

Nun, es war Abend, die Sonne verabschiedete sich. Der Tag "am See" ging zu Ende. Ich schloss das Buch. Gut.



buchwelten-online-shop.
www.buchwelten.at

Montag, 12. September 2016

Die Älteste. Von Thomas Sautner

Die Älteste
von Thomas Sautner
Roman Picus

Die Älteste.

Das Buch liegt seit Feber 2015 (!) in meinem Bücherregal. Unberührt. Niemals wieder zurückgegeben. D.h. in die Buchhandlung zurückgebracht. Immerhin trage ich viele Bücher von hier nach dort und wieder zurück. Dazwischen sortiere ich welche aus, reihe um. Dieses ist immer an seinem Platz geblieben. Im Wissen, dass ich es lesen werde.

Und diesen Sonntag war es soweit. Ich habe totale Lust auf ein neues Buch. Eines, das ich noch nicht angelesen habe, eines, das mich sofort in seinen Bann zieht und mich nicht mehr auslässt.

Die Älteste.

Ja, nehmen, aufschlagen, verschlingen, langsam, genussvoll, vertieft, selbstvergessen. Jede Störung von außen - eine Zumutung.
Dazwischen mache ich gute Miene zum bösen Spiel. Ich unterbreche die Lektüre widerwillig, aber natürlich rational verständig gegenüber meinen Mitmenschen. Ich will einfach nur weiterlesen. Wissen, wie es weitergeht. Hineinversinken in die Geschichte dieser Kopftumorfrau, die ins Waldviertel zu einer weisen Alten fährt, in den Wald, tief in den Wald und dort einige Tage bei ihr lebt.

Viel innerer Monolog, viel praktischer Pragmatismus der Alten, viel Verkopftheit unserer hochgebildeten Frau, in Top-Position, 2 liebe Kinder, eine gute Partnerschaft; und nur mehr einige Monate zu leben. Von den Ärzten aufgegeben. Die Freundin reicht einen letzten Strohhalm. Dort gibt es eine. Eine Bekannte einer Bekannten hat gehört... Sie reist dorthin. Nützt nichts, schadts nichts.

Beeindruckend, tiefgängig, für Rationalisten ein Graus, für Fühlende bereichernd, für Zweifler eine Herausforderung.

Dank an Thomas Sautner für den Roman.


Hier gleich besorgen: buchwelten-online-shop
sowie in der Buchhandlung www.buchwelten.at

Tony Soprano stirbt nicht.

Antonia Baum. Tony Soprano stirbt nicht.

Hoffmann und Campe

Tony Soprano stirbt nicht wurde mir bei einer Buchempfehlungs-Veranstaltung vorgestellt. Neben zig anderen. Viele kommen dann auf die Liste "Will ich jedenfalls lesen". Viele davon sind körperlich in die Buchhandlung gekommen (auch dieses), manche körperlich zu mir nach Hause, davon einige aufs Nachtkastl, und Tony Soprano stirbt nicht wurde in einem Zug gelesen.

Mich begeistern einfach Geschichten, die so aus dem "ich" kommen. Antonia Baum beschreibt den schweren Unfall des Vaters, der unverletzlich, stark und unnahbar ist. In diesen Stunden und Tagen, Fahrt zum Unfallkrankenhaus, stehen vor dem Bett, warten, in all dieser Zeit durchlebt unsere Protagonistin das Leben mit ihm, dem Vater.

Und der Frage, was ist ein angemessenes Verhalten, wie würden sich die Sopranos verhalten, inwieweit haben wir noch Zugang zu uns, und inwiefern haben wir Verhalten über Serien gelernt? Wie ist es richtig? Was können wir erwarten? Wie sollen wir uns verhalten? Im Angesicht des Dramas.

Ihre Gedanken ziehen sich durch diese Zeit, bis die Lösung (Erlösung) kommt.


Von dem Buch war/bin ich begeistert wie selten. Es ist ganz dünn, aber unglaublich dicht geschrieben, gleichzeitig in einer sehr leichten, persönlichen Sprache, geerdet und in Träumen sich verlierend. Selbstbeobachtend und niemals im jetzt. Immer mit dieser speziellen Distanz.

Sehr genussvoll. Antonia Baum werden wir uns merken.


buchwelten-online-shop

Mach dich unbeliebt und glücklich







Mach dich unbeliebt und glücklich
und nimm dir vom Leben, was du willst

Diane Dreeßen.

dtv.




Das Buch kommt etwas schreierisch daher. Und entpuppt sich dann als wirklich professioneles Coaching-Buch. Diana Dreeßen ist Management Coach und weit entfernt von jeglicher weicher Esoterik.

Sehr annehmbare Tipps, mit viel Humor vorgetragen, eine wirkliche Überraschung für mich!

Vom Klappentext:
Viel Feind, viel Ehr: Wer Konfliktsituationen nicht meidet, sondern meistert, verschafft sich Respekt; wer beherzt und couragiert für sich und seine Überzeugungen eintritt, bestimmt den Platz, der er im Leben einnimmt.

Wer nun meint, das Buch würde aggressives Verhalten promoten, irrt gewaltig. Es geht vielmehr um Klarheit und respektieren der eigenen Position.

Hier gleich kaufen, online-shop
 

Alles im Griff. Eine Business Soap

Martin Suter. Alles im Griff. Eine Business Soap
Verlag Diogenes

Wie immer bei Diogenes, man kann ein Buch blind nehmen und es ist gut.

Steigerunsstufe: Martin Suter.
Dann ist für gute Unterhaltung gesorgt.

Bei dieser kleinen Soap habe ich mich wirklich köstlich amüsiert, diese Möchtegern-Karrieristen, mit all ihren Fettnäpfchen. Pur aus dem Leben gegriffen!

Sehr gut, Kurzweilig, spiegelbildlich.


Man kann es auch gleich bei mir kaufen. buchwelten-online-shop und/oder direkt in der Buchhandlung www.buchwelten.at

Montag, 11. Juli 2016

Lesen ist cool!

Lesen ist cool!
Vom Vorlesen zum Selbstlesen
Zuerst erkannte ich das Buch (wieder). Immerhin bestelle ich meine Bücher halbjährlich und erfreue mich somit zweimal an jedem. Das erste Mal, wenn ich es sehe und kaufe und das zweite Mal, wenn es geliefert wird.

Was ist das für eines? Wo gehört es hin? Zu den Kindern? Und wenn ja zu welchen? Zu den Erwachsenen? Und wenn ja, in welches Regal? Zu den Ratgebern? Welches Alter?

Sehr schwierig. Ein Buch, das das Vorlesen bewirbt gehört überall hin. In die Baby-Abteilung. Denn dort beginnt das Vorlesen, in die Abteilung Familie, denn das Vorlesen inniglicht das Familienleben. Zu den Lesetipps, denn in diesem Buch sind viele Lesetipps. Zu den Bilderbüchern, denn da geht das Vorlesen langer Geschichten los. Zu den Ratgebern und Lebenshilfebüchern. Denn da ist ganz viel Lebenshilfe drin.

So war es dann auch. Die Bestellung wurde in Tranchen aufgeteilt und das Buch an möglichst vielen verschiedenen Plätzen in der Buchhandlung hingestellt. (Platziert wäre jetzt wohl zweimal das Gleiche [groß/Kleinschreibung])

An alle Lehrer: Ich hätte gerne eine Nachhilfestunde in Groß- Kleinschreibung!

Herrn Ulbricht habe ich in Leipzig (bei der Buchmesse) live diskutieren gehört, mit Bildungsexperten. Die Bildungsexperten waren fad und überheblich, aber Herr Ulbricht nicht. Er erzählt nämlich von der Praxis. Wie es ist, mit dem Kind im Bett zu liegen und nochmals in die Geschichten der eigenen Kindheit einzutauchen. Welche Lust es auch für den Vorleser macht (und er plädiert an die Väter, vorzulesen). Wie viele gute Gespräche wir aufgrund einer Geschichte mit den Kindern führen können, wie anhand von Helden der Bücher, Erlebnisse aus der eigenen Umwelt besprechbar, formulierbar werden. Vor allem für die ganz Kleinen.

Und was Arne Ulbricht auch noch macht: Er ergänzt mit einem Anhang der schönsten und besten Kinderbücher. Und das total subjektiv! Wie schön! Ein Schatzbuch!

Kaufen, Bücher nachschauen, eigenes altes Bücherregal durchforsten, neue Bücher dazukaufen, und dann - versinken. Hineinfallen in andere Welten.


Welche Leidenschaft!

Hier gleich besorgen www.buchwelten.at und im buchwelten-online-shop 

Und: Vorlesen, bis dich das eigene Kind aus dem Bett wirft. Das ist so mit 12/13. Dann ist es vorbei. Dann mag das Kind schon lieber alleine lesen. Und Mama braucht dann wirklich schon zu viel Platz und Papa vergisst immer mehr, bei den spannenden Büchern laut vorzulesen. (;.))


Sonntag, 10. Juli 2016

was fehlt dir?

Was fehlt dir?
Wenn du gehst . . . dann spürst du den Rhythmus der Erde unter deinen Füßen
Ecowin Verlag 2012

Ein Reisebuch. Der Versuch, sich dem Leben voll anzuvertrauen. Martin Weber hat "Der Mensch im Gleichgewicht" geschrieben und damit großen Erfolg gehabt. Ein einfacher Mann, der spät seine Fähigkeiten entdeckt, Heilung an anderen Menschen zu ermöglichen. Er wird von der Österreichischen Skinationalmannschaft konsultiert. Also, irgendwas muss da ja funktionieren, wenn die Profisportler seine Hilfe annehmen.
 
Und nun dieses Reisebuch. Gregor Sieböck und Martin Weber gehen los. Immer wieder innere feedback-Schleifen zu dem, was hier passiert. Wie kann man das aushalten, sich dem Leben anzuvertrauen.
 
Wen könnte das interessieren? Wer könnte das lesen?
 
In der Beschreibung durch den Verlag steht:
Auf der Suche nach der eigenen Bestimmung machen wir beide uns mit Weggefährten auf die Reise. In einer Welt, die hilflos erscheint, Konfrontationen friedlich zum Wohl aller zu lösen, sind wir bereit, im Kleinen damit anzufangen, Konflikte zu erkennen und uns damit auseinanderzusetzen.
 
Ja, das ist es wohl. Hinhorchen.
 
 
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Das Geräusch einer Schnecke beim Essen.

Elisabeth Tova Bailey, Das Geräusch einer Schnecke beim Essen.

Vor einigen Jahren war dieses Buch ein Bestseller. Ich habe es damals nicht gelesen, aber jetzt ist mir das Hörbuch zwischen die Finger gekommen - bei einem meiner Rundgänge durch die buchwelten. Da mäandere ich so, einmal hier, einmal da. Dort reinlesen, da etwas entdecken, hier etwas sortieren, dort, nachschlichten, mal ein Buch rausnehmen, lesen, einen anderen, besseren, geeigneteren Platz finden, zurückstellen, durchschauen, entdecken. Immer wieder Neues finden, immer wieder Lust bekommen. Mitheimnehmen. Tisch, Regal, Tasche, Nachtkastl, Schreibtisch, UntermBett. Alle möglichen Plätze anfüllen mit dem, was spannend sein könnte.

Und so ist "Das Geräusch einer Schnecke beim Essen" als Hörbuch in meine Tasche, von dort aufs Nachtkastl und später in den CD-Player auf ebendiesem gelandet.

Ich habe sie in vielen Nächten, vielen Tranchen gehört. Auch deshalb, weil; etwas Vorgelesen bekommen, das ist so ziemlich die schönste Art, einzuschlafen ;-) .

Immer wieder zurück, nochmals anhören, die schöne Vorlesestimme von Barbara Stoll genießen, und die Geschichte verinnerlichen.

Die Geschichte einer Frau, die eine nicht genau definierte Viruserkrankung hat. Genau definiert ist nur die Auswirkung dieser Viruserkrankung: Muskelschwäche, Bettruhe. Sie ist ans Bett gefesselt, aus dem schnellen, turbulenten, lauten Leben hinauskatapultiert. Und zwar für eine sehr lange Zeit.

In "Das Geräusch einer Schnecke beim Essen" beschreibt sie ein Jahr, in dem sie im Bett liegt, unfähig sich selbst zu versorgen, unfähig aufzustehen, und eine Schnecke beobachtet, die sie von ihrer Freundin bekommen hat. Die hat sie ihr mitgebracht. Aus einem naheliegenden Wald.

Das liegende. Das spiegelt sich hier wieder. [Wie man nach der Reform der Reform der Deutschen Rechtschreibung nun das Liegende oder das liegende schreibt, weiß ich gerade nicht. Was mich übrigens sehr verstört, da ich seit der Reform der Reform eine Rechtschreibschwäche bei groß- und Kleinschreibung habe.]

Nun, auch unsere Protagonistin hängt ihren Gedanken nach. Und den Beobachtungen. Wussten Sie, dass eine Schnecke, Vierecke aus den Blättern frisst?

So vieles [groß/Klein] wissen wir nicht.

Und was ist jetzt das Besondere daran, einer Frau in ihrer Gedankenwelt zuzuhören, die sich einliest in die Geschichte der Weichtiere, ihren Ursprung, ihre Verteidigungsmechanismen und da einen Zugang zur Langsamkeit bekommt. Langsam und stetig bewegt sich die Schnecke. Langsam und stetig verbessert sich ihre Gesundheit. Und das ist, was sie lernt. Zeit ist relativ. Zeit haben auch. Geduld ist eine Herausforderung.

Durch die Schnecke schafft sie es, mit ihrer Situation umgehen zu können. Das Interesse an etwas ist geweckt. Sie wird in diesem Jahr zur Schneckenspezialistin.

Ein sehr lesenswertes, natürlich hörenswertes! Buch. Eine faszinierende wahre Geschichte. Hören/lesen Sie es. Sie werden Ihre Freude daran haben. Langsamkeit ist auch ein Weg.

Ihre
Herta Emmer


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Freitag, 6. Mai 2016

Black Shark.

http://www.buchwelten.at/list?back=20cea9b62249acd672b7478364e5fb82&xid=18729112
Black Shark.
Von Werner J. Egli
Aravaipa Verlag.

Black Shark ist ein Rebellenführer.

Hier handelt es sich um ein Jugendbuch. Man kann es ab 13 lesen. Und dann auch als Erwachsener. Werner J. Egli beschreibt anhand von Jugendlichen verschiedener Herkunft die Komplexität der Fluchtbewegungen aus Afrika.

Er hat es schon vor langer Zeit geschrieben. Das Buch ist nach wie vor hochaktuell und wird es wohl noch für längere Zeit bleiben.

Ein englischer Junge, dessen Vater als Fischer am Meer ertrunken ist, wird von dessen Freund auf eine Schiffsfahrt mitgenommen, um den Jungen etwas abzulenken. Das Schiff hat Hilfsgüter für Afrika geladen. An Bord befindet sich auch die aufmüpfige Tochter des Kapitäns, die aus allen Schulen und Heimen rausfliegt. Der Vater hofft, dass sie auf dieser Fahrt und in dieser innigen Nähe - über Wochen - wieder zu klarem Verstand kommt.

Parallel erleben wir die Kampfgeschichte von jungen Afrikanern, die ein Dorf vor Milizionären beschützt. In einem wilden Kampf töten sie die Eindringlinge und retten dadurch die Dorfbewohner und auch die am Rande siedelnden Flüchtlinge. Dort lernen die zwei jungen Kämpfer ein Flüchtlingsmädchen kennen. Ihre Wege trennen sich, und ob sie sich jemals wiedersehen, wird wohl eine Frage des Schicksals sein.

Unsere jungen Burschen sind auf dem Weg zu Black Shark. Sie wollen sich der Gruppe des Rebellenführers anschließen und für ihr Land kämpfen. Black Shark ist weithin berüchtigt als brutaler Kämpfer. Ebenso wird ihm Piraterie an der Westküste Afrikas nachgesagt.

Und nun haben wir das Schiff mit Hilfsgütern, das gerade durch das Mittelmeer fährt mit Kurs auf Ägypten, das Flüchtlingsmädchen, das mittlerweile ihre gesamte Familie verloren hat, das in Richtung eines sicheren Lebens unterwegs ist, und unsere soldatischen Kämpfer, die idealistisch ihr Land befreien wollen.

Wie sich diese Figuren vernetzen, und was dazwischen noch alles passiert ist fesselnd erzählt. Egli ist ein Meister der Spannung!

Und was er noch kann: aktuelle politische, gesellschaftspolitische und zukunftsrelevante Themen zu spannenden Abenteuerromanen herunterbrechen.


Ich habe Black shark mit großem Genuss gelesen. Eine dichte Geschichte, die nicht nur gut ausgeht. Die Entwicklung der jungen Menschen ist ungewiss. Aber sie treffen Entscheidungen.


Ein Themenbuch für junge Menschen, eine Referatsbuch, ein Buch für die Klassenlektüre, ein Buch für alle, die gerne realistische, echte und wahre Bücher lesen, Ein Buch, das die Komplexität der Fluchtbewegungen aus Afrika nach Europa aufzeigt.

jetzt gleich besorgen. www.buchwelten.at und im online-shop.

Donnerstag, 5. Mai 2016

Fünf Viertelstunden bis zum Meer

http://www.buchwelten.at/list?back=cde52e59c39bbc0884fc9d6087546f51&xid=272010
Fünf Viertelstunden bis zum Meer.

Von Ernest van der Kwast. Übersetzt von Andreas Ecke. Mare Verlag

"Dieses Buch ist eine Aufforderung, die Chance auf die große Liebe zu ergreifen." Gerbrand Bakker.



Warum habe ich dieses Buch gelesen? Warum überhaupt mit nach Hause genommen? Wo doch auf meinem Nachtkastl, um das Bett herum, im Gästezimmer (Hertas Ablageraum), zwischen den schon gelesenen Büchern im Bücherregal, schön ordentlich quer liegend, also an allen möglichen Orten im Haus, schon so viele Bücher, die jedenfalls gelesen werden sollten, schon angefangen wurden, im Stoß nach oben gerutscht sind, heißt, immer näher Richtung Bett wandernd, auf das gelesen werden warten?

Nun denn: es gibt sie. Die, die man kurz anliest - und dann nicht mehr aus der Hand legt. (Was bei einem Umfang von 95 Seiten auch möglich ist).

Die Geschichte des alten Apfelpflückers in Südtirol, der vor ewigen Zeiten, als junger Bursch, aus seiner Heimat Süditalien weggeht, ja direkt flieht, und dann, er ist schon an die 84 Jahre alt, von einem Tag auf den anderen, sich in den Zug setzt und heim fährt.

Was ist passiert, wenn jemand, der nie heimgeschrieben hat, der alle Kontakte abgebrochen hat, der ein bescheidenes und arbeitsames Leben gelebt hat, wenn also ein Vierundachtzigjähriger Mann ohne weiteres Überlegen losfährt.

Ein Brief ist gekommen. Von ihr. Und er fährt zu ihr, alle seine Gedanken kreisen um die Zeit ihrer großen Verliebtheit, als sie jung und voller Hoffnung waren, und es wird gut sein.

Ernest van der Kwast schreibt dieses Buch in einer Beiläufigkeit, gleichzeitig detailreich, und doch mit so wenigen Worten. Hier ist alles drinnen. Fein. Innig. Voller Gerüche, Sehnsüchte, Geschmäckern. Zum Einsinken schön. Zum danach da sitzen und sinnieren.


Mich erinnert es an die Größe von "Ein ganzes Leben" von Robert Seethaler oder an die wunderbaren Geschichten von Alice Munro.


Herta


Ich habe es natürlich im Geschäft, meinen buchwelten,  und wenn gerade nicht, kann ich es innerhalb ganz kurzer Zeit 1-2 Tage besorgen. Bestellen kann man es bei mir direkt, über email oder über den buchwelten-online-shop.

Donnerstag, 14. April 2016

Lob der guten Buchhandlung

Mark Forsyth.
Lob der guten Buchhandlung
oder
Vom Glück, das zu finden, wonach Sie nicht gesucht haben.





Welch ein Glück! Heute dieses Büchlein zur Hand genommen zu haben!

Ich möchte es auswendig lernen. Ein Lächeln zieht quer über mein Gesicht, so dass ich es gar nicht wegbekommen kann.

Ich kannt Mark Forsyth nicht!

Und genau davon schreibt er. Eine Buchhandlung ist der Ort, wo man das unbekannte Unbekannte finden kann. Etwas, wonach man nicht gesucht hat, aber es immer wollte.

Seine Beispiele reichen von Jane Austen über Romeo und Julia bis zu ihm selbst. Welch Schatz steckt in einer guten Buchhandlung.

Von der Freude, das Unentdeckte zu entdecken!



SOFORT KAUFEN UND LESEN!!!!

Ach, man kann es nur geschenkt bekommen. Von einer guten Buchhändlerin... na dann.


Nur solange der Vorrat reicht. in den buchwelten.

Mittwoch, 6. April 2016

Der Biophilia Effekt. Heilung aus dem Wald.

Der Biophilia Effekt. Heilung aus dem Wald.
Von Clemens G. Arvay.
edition a.


"... Hildegard von Bingen wusste vom heilenden Band zwischen Mensch und Natur. Heute entdeckt die Wissenschaft atemberaubende Details und Tatsachen, die Hildegard damals selbst in ihren kühnsten Nächten vermutlich nicht erträumt hätte...." (Aus dem Klappentext)

Das besondere, das wir zur Zeit erleben ist, dass viele Erkenntnisse, die nur empirisch, über Erfahrungswissen, weitergegeben wurden, dass Aussagen von feinfühligen Menschen, die ins Reich der Spinnerei und/oder Esoterik gestellt wurden, dass diese Erkenntnisse heute messbar sind.

Und was messbar ist, existiert.

Nun, die Messmethoden verfeinern sich.

In diesem Buch stellt Clemens G. Arvay die neuesten Erkenntnisse der wissenschaftlichen Forschung im Bereich der "Auswirkung von Natur, Wald, Wiese auf den Menschen" vor. Und die Ergebnisse sind atemberaubend.

Sehr gut lesbar. Für sicherlich viele eine Wissenserweiterung, ein Erkenntnisgewinn. Für noch mehr eine Bestätigung von innerlichem Wissen, einer Weisheit, die wir im Volkswissen verinnerlicht haben.

Nun: die Zeiten der Spinnerei sind vorbei. Wir können jetzt beweisen. Wie heilsam für alle Beteiligten!

Und jetzt: Ab in den Wald! Riechen, Schmecken, Fühlen, Genesen, Heilen.
Und: bringen Sie die Natur zurück in ihren Lebensraum! Tun Sie etwas für sich und Ihre Gesundheit. Tun Sie etwas für die Gesundheit Ihrer Kinder und Alten.


Gleich lesen (in der Natur am besten) www.buchwelten.at und im buchwelten-onlineshop erhältlich


Lebe wild und unersättlich!

Lebe wild und unersättlich!
10 Freieheiten für Frauen, die mehr vom Leben wollen.
Von Sabine Asgodom
Verlag Goldmann

Sabine Asgodom ist einer der bekanntesten Management-Trainerinnen Deutschlands. Und erfolgreiche Sachbuchautorin.

Dies ist ein Sachbuch. Sabine Asgodom stellt 10 Punkte auf, in 10 Kapiteln beschreibt sie, wie Frau zu ihrem eigenen Leben kommt.

Die Kapitel:
  1. Ich darf mich mögen
  2. Ich darf Erfolg haben
  3. Ich darf älter werden
  4. Ich darf emotional sein
  5. Ich darf Fehler machen
  6. Ich darf Angst haben
  7. Ich darf aus der Reihe tanzen
  8. Ich darf "Nein" und "Ja" sagen
  9. Ich darf glücklich sein
  10. Ich darf meine Welt verändern
Mich erinnert das Buch an den Bestseller vor 20 Jahren: Gute Mädchen kommen in den Himmel, Böse überall hin. Eine Frauenbibel damals.
Das hier ist etwas feiner und für die heutige Gesellschaft geschrieben.

Wobei: es hat sich nicht so viel verändert. Liebe Frauen: Wehret dem Einschlafen der Gleichberechtigung! Nichts ist selbstverständlich. Die Methoden, Frauen klein und niedlich zu machen haben sich einfach verändert. Da sind sie immer noch.

Das Buch ist "Für alle, die mehr vom Leben wollen". Also, wer nicht :-)


Jetzt gleich besorgen www.buchwelten.at und im buchwelten-onlineshop.